# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1860_S304 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 304 Indirecte Erklärung Löhe's über seine Stellung innerhalb der luth. Kirche. Schätze sie genießen und in welche sie die Schätze der ganzen Welt sammeln sollten und könnten. Da wir nun zu diesen weder gehören noch gehören wollen; da wir die für uns allerdings sehr klare Bahn aber auch um des vielen Widerspruchs willen entweder unter den Füßen verlieren, oder wenn uns die Augen wanken, nicht rein einhalten könnten, so laßt uns den HErrn bitten, daß er uns unseres Weges gewiß mache, uns vor Fehl und Abweg bewahre, und ob wir ja einmal irren sollten, uns schnell zurückbringe mit Buß und Lob für seine rettende Gnade zum edlen Wege, den er uns gezeigt hat, zu dem Weg der jede Uebertreibung zur Rechten und zur Linken meidet, auf dem man gerecht und billig gegen alle, das Erbe der Väter ungeschmälert behält, und aus dem Schatze des göttlichen Wortes mehrt. „Dein guter Geist führe uns auf ebner Bahn. — Ich bleibe stets an Dir; denn Du hältst mich bei meiner rechten Hand. Du leitest mich nach Deinem Rath und nimmst mich endlich mit Ehren an.“ VI. „Unter uns gilt ein Grundsatz in Betreff des göttlichen Wortes, der also lautet: Es gibt Stellen des göttlichen Wortes, die jedermann versteht und verstehen kann, der überhaupt fähig ist, eine alte Schrift zu lesen; es gibt solche, die niemand versteht, an denen die Kunst aller Ausleger vergebens angebracht ist, weil wir sie, so, wie die Sachen stehen, nicht zu deuten vermögen; es gibt aber auch drittens Stellen, die der Deutung fähig sind, wie bedürftig, in Anbetracht welcher wir derjenigen Deutung zufallen müssen, welche die besten und meisten Gründe für sich hat. Auf dem Gebiete der letztgenannten dritten Klasse ist der Tummelplatz der Meinungen und das Schlachtfeld derer, welche die Kirche mehr für eine Schule, als für eine Hütte Gottes unter den Menschen halten, in welcher die kranke Menschheit durch Licht und Kraft der großen Thaten Gottes und des unleugbar klaren Wortes zum ewigen Leben genesen sollen. Lasset uns beten, daß wir auf dem Gebiete der Meinungen seien bescheiden an unserem Theil, geduldig gegen andere, und daß wir niemals das Wagniß menschlicher Schlüsse und Auslegungen mit dem Lichte verwechseln, welches aus den klaren Worten Gottes alle Menschen anscheint, die zum Lesen des Wortes ein einfaches Herz und ein offenes Auge mitbringen. Laßt uns aber auch für die beten, die außerhalb unserer Kreise leben und gegen uns und andere so häufig aus ungerechter Liebe zu der eigenen Meinung Achtung und Geduld gegen die Meinung ihrer Brüder verabsäumen.“*) VII. „Vor Jahrhunderten gab es keine anderen lutherischen Kirchen, als Landeskirchen, wir verstehen unter diesem Ausdruck solche, die sich mit einem *) Dieser sechste Punkt scheint uns in seiner Ausführung selbst zu den Stellen zu gehören, „die der Deutung fähig sind, wie bedürftig.“ Warum wohl Löhe hier so mysteriös schreibt?! L. u. W.