# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1860_S301 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Indirecte Erklärung Löhe's über seine Stellung innerhalb der luth. Kirche. 301 den des Bekenntnisses. Wir beugen alle unsere Kniee vor dem Vater unseres HErrn IEsu Christi und beten an Gott und das Lamm im heiligen Geiste und geben dem Dreieinigen allein die Ehre. — Das ist unsere Einigkeit über den Confessionen, Zeug unserer eigenen Bekenntnisse. Lasset uns beten, daß wir neben den Unterschieden, die bestehen, und die wir unserem Auge nicht entrücken dürfen, diese Einigkeit allezeit erkennen und, angethan mit Kraft aus der Höhe, sie auch anderen zum Bewußtsein bringen können, auf daß gegenüber den Juden und den Heiden die christliche Schaar die einmüthige Predigt und das einhellige Bekenntniß finde, welches die Widersacher überwältigen kann, und durch die bewußt ergriffene Waffe der vorhandenen Einheit der Schade abgewehrt werde, der aus dem Vorwurf unserer Spaltung erwächst. Es wird uns nicht gelingen, die Spaltungen selber aufzuheben, wohl aber können wir das vom HErrn erbitten und erlangen, daß wir uns einig fühlen, so viel wir es sind. Selbst zur Aufhebung und Ueberwindung der Spaltungen werden wir auf dem Wege der vorhandenen Einigkeit am meisten ausrichten, zumal die Liebe, die wir fordern, das Auge für den Irrthum unserer Brüder nicht dunkel macht, sondern rein und hell,*) und wir dadurch auch die Kraft finden, unsere eigenen Mängel zu erstatten und durch den Vorgang in der Buße die Irrenden zur Wahrheit zu führen. Also lieben Brüder, laßt uns beten um die Belebung und Stärkung des Einheits⸗ und Einigkeitsgefühls unter den Confessionen.“ III. „So nöthig aber das ist, so nöthig ist auf der anderen Seite auch das Feststehen bei der besonderen Wahrheit, welche der lutherischen Kirche gegenüber der römischen**) von Gott geschenkt ist. So wahr es ist, daß zwischen uns und anderen Confessionen ein Band der Einigkeit besteht, so gewiß ist es auch, daß wir die Ergebnisse der Reformation als theure Kleinodien zum Heil und Frommen aller, auch der getrennten Brüder festzuhalten haben. Wenn wir an dem hangen, was Gott gesagt hat, und keiner falschen Lehre beistimmen, so lieben wir Gott, denn es ist ohne Zweifel Liebe zu Gott, wenn wir treulich an Seinem Munde hangen, und uns nichts anderes als Wort Gottes unterschieben lassen, als dasjenige, was der HErr so klar und deutlich Seinen Kindern gesagt hat. Wir üben aber nicht blos Liebe zu Gott, sondern auch Liebe zu den Brüdern, wenn wir an der Gnade und an der Wahrheit der lutherischen Lehre festhalten, und zwar nicht weniger, als derjenige Liebe übt, welcher auf gefährlichen nächtlichen Wegen andern die Fackel voranträgt. Laßt uns daher beten, daß uns der Geist der Gnaden verleihe, beides zu vereinen, die wirklich vorhandene Einigkeit zwischen uns und den Getrennten, und ebenso die Wahrheiten festzuhalten, um deren willen wir uns trennten. Laßt uns beten um confessionelle Treue aus Liebe zu Gott und den Menschen. *) Leider beweist das Obige das Gegentheil. L. u. W. **) Nur gegenüber der römischen? Warum sind gerade hier nur die Papisten genannt? L. u. W.