# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1860_S298 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 298 Alte Zeugnisse wider neue Irrthümer in Betreff der Wirkung ꝛc. den Menschen, den will auch ich bekennen vor meinem Vater der im Himmel ist.“„ Zum anderen kann folgender Einwurf gemacht werden: Wenn jede Handlung, vermöge welcher der heil. Geist einem durch die Sünde todten Menschen das geistliche Leben und den Glauben durch das Wort verleiht, die eigentlich sogenannte Wiedergeburt ist, so wird man zugeben müssen, daß die eigentlich sogenannte Wiedergeburt wiederholt werden könne. Denn die Handlung, durch welche in einem durch die Sünde todten Menschen das geistliche Leben und der Glaube erzeugt wird, kann wiederholt werden und wird nicht selten wiederholt, da diejenigen, welche durch Sünden wider das Gewissen den Glauben und heil. Geist verloren haben und so in den Tod der Sünde zurückgefallen sind, wieder in das geistliche Leben versetzt werden können und nicht selten versetzt werden. Aber ich antworte, daß es nichts Ungereimtes ist, wenn man behauptet, daß die Wiedergeburt im strictesten Sinne wiederholt werden könne, gehet klar aus dem hervor, was wir weiter unten von den Eigenschaften der Wiedergeburt und insonderheit von der Wiederholungsfähigkeit derselben darthun werden. Zum dritten wirft man ein, daß, wenn die Erwachsenen vor Empfang der Taufe wahrhaft wiedergeboren und mit dem wahren Glauben begabt werden, dieselben darnach die Taufe nicht nöthig haben und daß daher das Sacrament der Taufe verachtet werden könne. Aber wir antworten hier, diesem Einwurfe liegt durchaus keine rechte Schlußfolge zu Grunde. Denn obgleich die Erwachsenen, welche vor Empfang der Taufe durch das Wort wiedergeboren und mit dem wahren Glauben begabt werden, dazu der Taufe nicht bedürfen, daß sie erst wahrhaft wiedergeboren, und Kinder Gottes und Erben des ewigen Lebens werden: so haben sie doch jenes Sacrament nöthig theils wegen des Gebotes Christi, welcher diesen Weg die Seligkeit zu erlangen allen Erwachsenen vorgeschrieben hat, daß sie, nachdem sie durch das Amt des Wortes wiedergeboren worden sind, auch im Namen des Vaters und des Sohnes und des heil. Geistes getauft werden, theils wegen der nöthigen Erneuerung des Wiedergeborenen, deren Bad auch die Taufe ist, Tit. 3, 5. Unsere bisher gegen verschiedene Einwürfe vertheidigte Meinung haben schon Augustinus vor Zeiten und aus den lutherischen Lehrern Dr. Aegidius Hunnius nicht undeutlich vorgetragen. Jener nehmlich schreibt De bapt. contr. Donat. B. 5. Cap. 25: „„Die Taufe zwar kann da sein, wo die Bekehrung des Herzens fehlt; aber die Bekehrung des Herzens (welche hauptsächlich in Anzündung des Glaubens besteht) kann zwar da sein, ohne daß man die Taufe empfangen hat, aber nicht wenn man sie verachtet hat. Denn das ist durchaus keine Bekehrung zu Gott zu nennen, wenn das Sacrament Gottes verachtet wird.““ Dieser aber behauptet im Locus von der Taufe S. 169. offenbar, daß der Kämmerer Cornelius, die Lydia u. A. in der Geschichte der Christen eher durch das Wort bekehrt und wiedergeboren worden seien, als sie getauft worden sind.“ (System. th. P. III., p. 550—54.) (Fortsetzung folgt.)