# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1860_S296 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 296 Alte Zeugnisse wider neue Irrthümer in Betreff der Wirkung ꝛc. zu Wittenberg, gestorben 1688) schreibt: „Unsere Thesis (daß die Sacramente wirksame Gnadenmittel sind) wird aus der Gleichförmigkeit des Evangeliums und der Sacramente erwiesen. Alles was dem Wort des Evangeliums im Allgemeinen zukommt, das darf den Sacramenten nicht abgesprochen werden. Nun aber kommt dem Wort des Evangeliums zu, daß es ein wirksames Mittel ist, durch welches die Gnade Gottes, die Vergebung der Sünden und die ewige Seligkeit den Menschen angeboten und den Gläubigen zugeeignet wird. Also darf dies den Sacramenten nicht abgesprochen werden. Der erste Satz erhellt daraus, weil die Sacramente das sichtbare Wort, Anhängsel des Evangeliums, ja gleichsam ein kurzer Auszug des Evangeliums sind. Der zweite Satz wird aus Joh. 50, 10., Röm. 1, 16. erwiesen, wo vom Evangelio gesagt wird, daß es eine Kraft Gottes sei, selig zu machen alle, die daran glauben, vgl. Gal. 3, 2., 1 Tim. 4, 16., Ebr. 4, 12. So steht denn der Schlußsatz unerschütterlich fest, daß den Sacramenten jene Wirksamkeit nicht abgesprochen werden darf.“ (Theol. didactico-polem. fol. 1043). Aus diesem Zeugniß geht klar hervor, unsern Vätern stand die Lehre, daß das Wort dieselbe Gnade, Vergebung und Seligkeit gebe, wie das Sacrament, so daß sie gerade aus der Unzweifelhaftigkeit der Wirkungen des Wortes die Wirksamkeit der Sacramente bewiesen. Weit entfernt daher, daß diejenigen, welche jetzt die Kraft der Sacramente auf Kosten des Wortes erheben wollen, damit die Sacramente vertheidigen, so untergraben sie vielmehr damit den Glauben an die Kraft derselben; denn ist das Wort so kraftlos, daß es niemanden den Glauben geben und in ihm die Wiedergeburt wirken kann, so wird das Sacrament der Taufe, dessen Wasser ohne Gottes Wort schlecht Wasser und keine Taufe ist, jenes noch vielweniger wirken! Die neue Lehre von der Kraft der Taufe ist daher der alte reformirte Irrthum, nur auf den Kopf gestellt. Derselbe schreibt daher anderwärts: „Zwar theilt die Taufe in den Erwachsenen die Gabe der Wiedergeburt nicht erst mit, aber sie vermehrt dieselbe und versiegelt sie in ihnen kräftiglich. Durch die Predigt des Wortes wird den Erwachsenen der Glaube mitgetheilt Röm. 10, 17., der durch die Taufe als durch ein Siegel befestigt wird.“ (Fol. 1137. 1189.) Caspar Erasmus Brochmand (Prof. in Copenhagen, gest. 1652) schreibt: „Gleichwie das Gehör des Wortes Gottes, das ordentliche Mittel ist, dessen sich Gott zur Wiedergeburt der Erwachsenen bedient, Röm. 10, 17., 1 Petr. 1, 23.; so wird die Taufe zur Reinigung der Kinder angewendet, Ephes. 5, 27., Tit. 3,5.“ (Systema universae th. Tom. II. fol. 226.) Derselbe: „Ein anderer Zweifel ist, ob die Taufe der erste Eingang in den Bund der Gnade und in die Kirche sei. Es ist aber diese Behauptung nicht von den Erwachsenen, sondern von den Kindern zu verstehen. Denn die Erwachsenen werden Christo und der Kirche zuerst durch den Glauben, den sie aus dem Gehör des Wortes bekommen, eingepflanzt und dann getauft, Röm. 10, 16., Matth. 28, 19., Apg. 8, 36. 37. Aber den Kindern ist die Taufe der erste Eingang in den Bund Gottes und in die Kirche.“ (Ib. fol. 448.)