# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1860_S295 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Alte Zeugnisse wider neue Irrthümer in Betreff der Wirkung ꝛc. 295 Geistes. Die Kinder erlangen durch die Taufe die Erstlinge des Geistes und Glaubens, die Erwachsenen, welche die Erstlinge des Glaubens und Geistes empfangen haben, erlangen durch die Taufe das Wachsthum desselben.“ (Loc. th. de S. Baptismo § 123.) Schon zuvor hatte Gerhard geschrieben: „Wenn jene getauft werden, welche schon durch das Wort, als den geistlichen Samen, wiedergeboren sind, so haben sie nicht die Wiedergeburt durch die Taufe nöthig, sondern die Taufe ist ihnen eine Bestätigung und Versiegelung desselben. Wie (schreibt Augustinus B. 4. Von der Taufe Kap. 24.) in Abraham die Gerechtigkeit des Glaubens vorausgieng und die Beschneidung als ein Siegel der Gerechtigkeit des Glaubens hinzukam, Röm. 4, 11., so gieng in Cornelius die geistliche Heiligung in der Gabe des heil. Geistes voraus und das Sacrament der Wiedergeburt in dem Bad der Taufe kam hinzu.“ (Loc. th. de Sacramentis. § 106.) Derselbe: „Bellarmin wendet ein: Es ist gewiß, daß die Katechumenen nicht thatsächlich (actu) und eigentlich, sondern nur dem Vermögen nach (in potentia) in der Kirche sind, gleichwie ein Empfangener, aber noch nicht Ausgebildeter und Geborener nur dem Vermögen nach ein Mensch genannt wird. Denn wir lesen Apost. 2.: Die nun sein Wort gerne annahmen, ließen sich taufen, und wurden hinzu gethan an dem Tage bei drei tausend Seelen. Ich antworte: 1. Gläubige Katechumenen sind entweder thatsächlich in der Kirche, oder sie werden nicht selig; ein Drittes gibt es nicht, wie wir oben gezeigt haben, weil außer der Kirche die Einpflanzung in Christum, das Haupt der Kirche, die Schenkung des heil. Geistes und das ewige Leben nicht statt hat. Wenn also Bellarmin zugibt, daß die gläubigen Katechumenen selig werden, so muß er zugeben, daß sie thatsächlich in der Kirche sind, nicht allein der Fähigkeit nach. 2. Die gläubigen Katechumenen sind durch das Wort der Wahrheit und den Glauben an Christum aus Gott geboren, daher werden sie unrichtig einem noch nicht ausgebildeten und gebornen Embryo verglichen. Der erste Satz erhellt daraus, daß nicht nur das Sacrament der Taufe ein Bad der Wiedergeburt genannt wird, Tit. 3, 5., sondern daß auch das Wort jener unvergängliche Samen ist, aus welchem die Gläubigen wiedergeboren werden. 1 Pet. 1, 23. Jak. 1, 18. und daß diejenigen, welche Christum im wahren Glauben annehmen, aus Gott geboren sind, Joh. 1, 12. 13. Wir kehren daher den Vergleich um: Gleichwie ein ausgebildetes und gebornes Kind thatsächlich ein Mensch ist, so sind die gläubigen Katechumenen thatsächlich aus Gott geboren und darum auch thatsächlich in der Kirche ... Rücksichtlich der getauften Kinder ist die Taufe jenes einige ordentliche Mittel der Wiedergeburt und die einige Thüre zur Kirche, aber in den erwachsenen Gläubigen wirkt die Taufe nicht erst die Wiedergeburt, deren sie schon vorher durch das Wort und den Glauben theilhaftig geworden sind, sondern besiegelt und bestätigt die Wiedergeburt und vermehrt in ihnen die Gaben des heil. Geistes.“ (Loc. th. de Ecclesia. § 55.) Johann Andreas Quenstedt (Johann Gerhards Neffe, Prof.