# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1860_S294 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 294 Alte Zeugnisse wider neue Irrthümer in Betreff der Wirkung ꝛc. daß nehmlich der Glaube das Wort der Verheißung, wo immer Gott durch seine Stiftung es vorlegt, sucht und ergreift. Wenn aber jemand aus dem Gehör des Wortes den wahren Glauben an Christum hat, und es ist ihm die Gelegenheit nicht gewährt, die Sacramente nach der göttlichen Einsetzung zu gebrauchen, in einem solchen Fall ist gewiß keine unbedingte Nothwendigkeit der Sacramente zur Seligkeit anzunehmen, daß denen, welchen die Möglichkeit, die Sacramente zu gebrauchen, nicht gegeben ist, deßwegen die Seligkeit versagt wäre, obgleich sie durch den Glauben den Mittler Christus im Wort ergreifen. Denn dem Schächer am Kreuz, der Christum im Wort der Verheißung durch den Glauben erfaßte, wird das Paradies gewiß verheißen, obgleich ihm keine Gelegenheit gegeben wurde, die Taufe empfangen zu können... Auf welche Weise daher die Taufe uns selig macht, 1 Pet. 3., wie sie ein Bad der Wiedergeburt ist, Tit. 3., dies erklärt Paulus einfach, wenn er zu den Ephesern Kap. 5. sagt: Er hat seine Gemeinde gereinigt durch das Wasserbad im Wort. Und Augustinus schließt dasselbe aus jenem Ausspruche Christi: Ihr seid rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. Mit Recht sagt daher die Apologie der Augsb. Conf., das Wort und die Sacramente haben dieselbe Wirkung, dieselbe Kraft oder Wirksamkeit, welche (Sacramente) Siegel der Verheißungen sind, welche daher Augustinus sichtbare Worte nennt.“ (Examen Concilii Tridentini. Part II. f. 212 sg.) Johann Gerhard schreibt: „Die Calvinisten wenden ein: Zuweilen werden solche getauft, die schon vorher durch das Wort und den heil. Geist wiedergeboren worden sind, wie aus dem Beispiele des Kämmerers Apost. 8, 38. und derjenigen erhellt, auf die schon vorher der heil. Geist gefallen war, Apost. 10, 47. Da nun diesen die Taufe kein Mittel der Wiedergeburt gewesen ist, so kann man nicht sagen, daß dieselbe diesen Zweck bei den Uebrigen habe. — Ich antworte: 1) Obgleich diese und viele andere vor dem Gebrauche der Taufe wahrhaft wiedergeboren gewesen sind, so benimmt dies doch nichts der Wirksamkeit der Taufe, daß sie darum nicht sein und genannt werden sollte das Bad der Wiedergeburt. 2) Und dies kann durch das Beispiel des Wortes erklärt werden, welches von vielen gehört wird, die schon vorher wiedergeboren worden sind; nichts desto weniger ist dennoch das Wort jenes heilsame Mittel, durch das wir, als einen unvergänglichen Samen, wiedergeboren werden. 1 Pet. 1, 23. Jac. 1, 18. 3) Wie also der Glaube und die Gaben des heil. Geistes durch das Hören und Bedenken des Wortes in den Wiedergeborenen vermehrt werden, so geschieht dasselbe auch durch die Taufe, ja, die Taufe besiegelt auch in ihnen die Gabe der Wiedergeburt kräftig. 4) In der Frage von dem Nutzen der Taufe ist daher ein Unterschied unter Kindern und Erwachsenen zu machen. Den Kindern ist die Taufe vornehmlich das ordentliche Mittel der Wiedergeburt und Reinigung von Sünden ꝛc., daneben aber ein Siegel der Gerechtigkeit und eine Bekräftigung des Glaubens; den erwachsenen Gläubigen dient die Taufe vornehmlich zur Versiegelung und Bezeugung der Gnade Gottes, der Kindschaft und des ewigen Lebens, und daneben vermehrt sie die Erneuerung und die Gaben des heil.