# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1860_S293 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Alte Zeugnisse wider neue Irrthümer in Betreff der Wirkung ꝛc. 293 immer die Unterstützungen der Sinne sucht. Außerdem wird auch der Glaube, wenn er dafür hält, daß die Verheißung Gottes im Allgemeinen wahr sei, doch namentlich über die Frage beunruhigt: geht sie auch mich für meine Person an? Daher hat Gott, der da reich ist an Barmherzigkeit, um uns den Reichthum seiner Güte zu zeigen und zu preisen, uns seine Gnade nicht allein auf eine Weise, nehmlich durch das bloße Wort, mittheilen wollen, sondern er hat unserer Schwachheit durch gewisse Mittel zu Hülfe kommen wollen, nehmlich durch Einsetzung der an die Verheißungen des Evangeliums geknüpften Sacramente, d. i. gewisser Zeichen, Gebräuche oder Ceremonien, die in die Sinne fallen, um dieselben zu erinnern, zu unterweisen und uns zu vergewissern, daß dasjenige, was wir äußerlich in sichtbarer Gestalt handeln sehen, inwendig durch Gottes Kraft und Macht gewirkt werde, denn wie das Wort in die Ohren fällt, und die Herzen schlägt, so fällt die Ceremonie der Sacramente in die Augen, um die Herzen zu bewegen, daß sie nicht zweifeln, Gott handle mit uns und wolle nach dem Wort in uns wirksam sein zur Seligkeit.. Gott hat daher die Sacramente eingesetzt, daß sie äußerliche und sichtbare Zeichen und Unterpfänder der Gnade und des Willens Gottes gegen uns seien, durch die er als durch ein feierliches sichtbares Zeugniß bezeugt, daß die Verheißung jeden einzelnen angeht, der dieselbe im Gebrauch der Sacramente ergreift.. Es ist aber nicht eine andere Gnade, die in dem Wort der Verheißung, und eine andere, die in den Sacramenten mitgetheilt wird; auch ist nicht eine andere Verheißung in dem Worte des Evangeliums, eine andere in den Sacramenten. Sondern es ist eine und dieselbe Gnade, ein und dasselbe Wort, außer daß in den Sacramenten durch die von Gott eingesetzten Zeichen das Wort gleichsam sichtbar gemacht wird (wie Augustinus redet) um unserer Schwachheit willen. Der Glaube sucht daher in den Sacramenten keine andere Gnade, als im Wort, auch sucht er die Gnade nicht ohne Verheißung, neben oder außer der Verheißung in den Sacramenten. Denn das Wort der Verheißung ist jener Gegenstand, welchen der Glaube in den Sacramenten vor Augen hat, und in demselben ergreift er das, was durch das Wort in den Sacramenten verheißen, dargeboten und mitgetheilt wird.. In diesem Sinne geben wir gern zu, daß die Sacramente zur Seligkeit nöthig sind, als eine werkzeugliche Ursache, doch ist diese Erklärung hinzuzufügen, daß die Nothwendigkeit der Sacramente zur Seligkeit nicht so unbedingt, wie die des Glaubens und des Wortes. Denn ohne Glauben kann niemand selig werden und ohne das Wort kann es keinen wahren Glauben geben. Röm. 10. Wer daher das Wort Gottes nicht hat, der kann, weil er den Glauben nicht erlangen kann, nicht selig werden. Wer aber aus dem Gehör des Wortes Gottes schon den wahren und rechtfertigenden Glauben hat, der wird, obgleich er die Versöhnung durch den Glauben erlangt hat, doch den Gebrauch der Sacramente auf keine Weise verachten um der schon erörterten Ursachen willen, oder wenn er ihn verachtet, so ist der Glaube kein wahrer, denn er hat seine wesentliche Eigenschaft nicht, welche in der gegenseitigen Beziehung des Wortes und des Glaubens besteht,