# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1860_S292 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 292 Alte Zeugnisse wider neue Irrthümer in Betreff der Wirkung ꝛc. Gnade Gottes in Christo suchen, ergreifen und annehmen sollen; dieser selbige Gott hat auch ein gewisses Mittel oder Werkzeug verordnet, durch welche er die Wohlthaten seines Sohnes, unseres Mittlers, zu unserer Seligkeit darbieten und mittheilen will, damit der Glaube ein gewisses Mittel habe und wisse, in welchem er die Gnade und Seligkeit suchen und empfangen könne. Ein solches Mittel oder Werkzeug Gottes ist nun das gepredigte, gehörte, bedachte und durch den Glauben ergriffene Wort des Evangeliums. Röm. 10. Der rechtfertigende Glaube ist aus dem Gehör, das Gehör durch das Wort. Röm. 1. Das Evangelium ist eine Kraft Gottes, selig zu machen alle, die daran glauben. Joh. 5. Wahrlich, ich sage euch, wer mein Wort hört und glaubet dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben ꝛc. Da nun aber Gott durch das Wort anbietet und mittheilt, der Glaube auch im Wort nicht etwas Halbes und Unzureichendes ergreift und empfängt, sondern die Gnade, welche zur Seligkeit nothwendig ist, so daß das Evangelium eine Kraft Gottes ist, selig zu machen alle, die daran glauben: so entsteht die Frage, welches der Nutzen der Sacramente sei oder um welcher Ursachen willen Gott die äußerlichen Ceremonien der Sacramente durch seine Einsetzung der Verheißung des Evangeliums hinzugefügt habe. Und zwar gibt es nicht wenige Menschen, theils schwärmerische, theils irreligiöse, welche sowohl meinen als auch laut heraus sagen, daß der Gebrauch der Sacramente überflüssig und unnöthig sei. Auch die Gemüther der Frommen werden öfters von solchen Gedanken angefochten: Da Gott durch das Wort alles, was zur Seligkeit nöthig ist, anbietet und mittheilt und da der Glaube dies im Wort finden und ergreifen kann, wozu die Sacramente nöthig seien? Der Gebrauch der Sacramente könne daher ohne Schaden an der Seligkeit vernachlässigt werden. Solchen Anfechtungen oder solchem Geschrei der Schwärmer wird allerdings mit Recht aus Gottes Wort entgegen gesetzt, daß die Sacramente, welche Gott selbst eingesetzt hat, daß sie Hülfsmittel unserer Seligkeit seien, keineswegs für unnütz oder überflüssig zu achten sind, daß sie ohne Bedenken vernachlässigt und verachtet werden könnten. Denn mit Recht sagt Augustinus gegen Faustus B. 19. C. 11.: Die Kraft der Sacramente sei von unaussprechlich großer Wichtigkeit und darum macht sie diejenigen, welche dieselben verachten, zu Heiligthumsschändern. Dieses ist jedoch fleißig aus Gottes Wort zu erklären, damit sowohl die Lehre recht verstanden, als auch der wahre Gebrauch der Sacramente hoch angesehen und ernstlich geliebt werde. Was daher Gott betrifft, so bietet derselbe daher dar und theilt mit jene seine Gnade, welche zur Seligkeit nöthig ist, so daß der Glaube in jenem Gegenstande oder Mittel finden kann, alles was zur Seligkeit nöthig ist. Und zwar (wie Chrysostomus sagt) wenn wir Engel wären, so hätten wir weiter kein Zeichen nöthig. Aber die Schwachheit des Fleisches hindert, stört, zieht ab und schwächt den Glauben. Denn es ist eine harte und schwere Sache, an dem, was im Wort vorgelegt wird, obgleich es nicht in die Erscheinung tritt, dennoch mit fester Herzenszuversicht zu haften, Ebr. 11., ja wider Hoffnung auf Hoffnung zu glauben, Röm. 4., da ja in diesem Leben das Herz