# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1860_S290 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 290 Alte Zeugnisse wider neue Irrthümer in Betreff der Wirkung ꝛc. reich in seiner Gnade. Erstlich durchs mündliche Wort, darin geprediget wird Vergebung der Sünde in aller Welt, welches ist das eigentliche Amt des Evangelii. Zum andern durch die Taufe. Zum dritten durchs heil. Sacrament des Altars. Zum vierten durch die Kraft der Schlüssel. Und auch per mutuum colloquium et consolationem fratrum, Matth. 18.: Ubi duo fuerint congregati (durch das gegenseitige Gespräch und Tröstung der Brüder, nach Matth. 18.: Wo zwei versammelt sind ꝛc.).“ Theil III. Art. 4. Ebendaselbst: „In diesen Stücken, so das mündliche äußerliche Wort betreffen, ist fest darauf zu bleiben, daß Gott niemand seinen Geist oder Gnade gibt, ohne durch und mit dem vorgehenden äußerlichen Wort. Denn auch die, so vor der Taufe gläuben oder in der Taufe gläubig werden, habens durchs äußerliche vorgehende Wort.“ Theil III. Art. 8. Apologie: „Das Wort und äußerliche Zeichen wirken einerlei im Herzen. Wie Augustinus ein fein Wort geredt hat: Das Sacrament, sagt er, ist ein sichtlich Wort; denn das äußerliche Zeichen ist wie ein Gemälde, dadurch dasselbige bedeutet wird, das durchs Wort gepredigt wird; darum richtet beides einerlei aus.“ Art. 13. Von den Sacramenten und ihrem rechten Gebrauch. Ebendaselbst: „Das Wort beut uns an Vergebung der Sünde. Das äußerliche Zeichen ist wie ein Siegel und Bekräftigung der Wort und Verheißung, wie es Paulus (Röm. 4, 11.) auch nennet. Darum, wie die Verheißung vergeblich ist, wenn sie nicht durch den Glauben gefaßt wird, also ist auch die Ceremonia oder äußerliche Zeichen nicht nütz, es sei denn der Glaube da, welcher wahrhaftig dafür hält, daß uns Vergebung der Sünde widerfähret. Und derselbige Glaube tröstet die erschrockenen Gewissen; und wie Gott die Verheißung gibt, solchen Glauben zu erwecken, also ist auch das äußerliche Zeichen daneben gegeben und für die Augen gestellet, daß es die Herzen zu gläuben bewege und den Glauben stärke. Denn durch die zwei, durchs Wort und äußerliche Zeichen („videlicet per verbum et sacramentum“) wirket der heilige Geist.“ Art. 3. Der Mißbräuche: Von rechtem Brauch des Sacraments und von dem Opfer. Concordienformel: „Wider diese beiden Theile (der Synergisten) haben die reinen Lehrer Augsb. Conf. gelehret und gestritten, daß der Mensch durch den Fall unserer ersten Eltern also verderbet, daß er in göttlichen Sachen, unsere Bekehrung und Seelen⸗Seligkeit belangend, von Natur blind, wenn Gottes Wort geprediget wird, dasselbige nicht verstehe noch verstehen könnte, sondern für eine Thorheit halte, auch aus ihm selbst sich nicht zu Gott nähere, sondern ein Feind Gottes sei und bleibe, bis er mit der Kraft des heil. Geistes durch das gepredigte und gehörte Wort aus lauter Gnade ohne alles sein Zuthun bekehret, gläubig, wiedergeboren und erneuert werde.“ (Art. 2. der Wiederholung.)