# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1860_S280 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 280 Ein Schriftbeweis gegen die Union. darum Wahrheit ist. Aber da müssen wir erkennen, wie wahr es ist, was Gottes Wort sagt, daß nämlich die falsche Lehre den ganzen Leib der Kirche durchdringt, wie der Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert und wie das Krebsgeschwür mit seinen bösen Säften das ganze Blut verdirbt. Der lu⸗ therische Katechismus soll noch gelten (heißt es) in Kirche, Schule und Haus; nur nicht als das, was er ist, ein Zeugniß der Wahrheit gegenüber der fal⸗ schen Lehre. Denn siehe, so du ihn wirklich als ein solches Zeugniß der Wahrheit ansiehst, daran du dich trösten willst im Leben und im Sterben; so du die erste Bitte und ihre Erklärung (Wer anders lehret, als das Wort Gottes lehret, der entheiliget unter uns den Namen Gottes. Davor behüte uns lieber himmlischer Vater!) nicht bloß mit dem Gedächtniß auswendig gelernt hast, und nicht bloß mit den Lippen betest, sondern so dir solche Bitte aus deinem innersten Herzen herauskommt: dann mußt du sagen: Ja, die Union ist Sünde; sie thut, was Gottes Wort verbietet; sie fördert das, wo⸗ vor bewahrt zu bleiben ich täglich bete; sie macht „aus zwei Confessionen,“ deren eine falsche Lehre bekennt, eine „gemeinschaftliche Kirche;“ ja, die Union vereinigt das Licht und die Finsterniß miteinander! Hieraus erkenne, wie jene allgemeine Wahrheit, „daß das Licht keine Ge⸗ meinschaft mit der Finsterniß haben dürfe,“ auf die Union noch viel eher ihre Anwendung findet, als auf das Verhältniß der Christen in Corinth zu den dortigen Heiden. Denn in Corinth handelte es sich nur um den Schein einer Gemeinschaft mit der Finsterniß; hier durch die Union aber ist zwischen Licht und Finsterniß eine kirchliche Gemeinschaft wirklich zustande gebracht. Und wäre wirklich die Gemeinschaft des Lichts mit der Finsterniß in der Union nicht wirklich, sondern ein bloßer Schein, so ist nach der richtigen Aus⸗ legung der obigen Schriftstelle und nach der Anwendung, die Paulus auf das Verhältniß der Christen zu Corinth macht, schon der bloße Schein eine Sünde! Daß übrigens die Erklärung dieses Wortes: „Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsterniß?“ wie ich sie im Obigen gegeben habe, die richtige ist, und daß demnach diese allgemeine Wahrheit ihre Anwendung findet nicht nur auf das Verhältniß der Christen zu den Heiden, sondern auch auf das Verhältniß der Christen zu einander: — das beweist, wie schon oben erwähnt ist, das Beispiel der Reformatoren. Ich will einzelne Beispiele an⸗ führen. Nimm einmal die Bekenntnißschriften der lutherischen Kirche zur Hand — und lies den Anhang zu den Schmalkaldischen Artikeln durch, wo von der Gewalt des Pabstes gehandelt wird. Da heißt es an einer Stelle: „Weil nun dem also ist, (nämlich daß der Pabst falsche Lehre führt), sollen alle Christen auf das fleißigste sich hüten, daß sie solcher gottlosen Lehre, Got⸗ teslästerung und unbilligen Wütherei sich nicht theilhaftig machen, sondern sol⸗ len vom Pabst, und seinen Gliedern oder Anhang als von des Antichrists Reich weichen und es verfluchen, wie Christus befohlen hat Matth. 7, 15.: „„Hü⸗ tet euch vor den falschen Propheten““ und Paulus Tit. 3, 10. gebeut, daß man falsche Prediger meiden und als einen Greuel verfluchen soll, und 2 Cor. 6, 14. spricht er, „„Ziehet nicht am fremden Joch