# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1860_S277 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Ein Schriftbeweis gegen die Union. 277 einzuführen. St. Paulus redet hier allerdings zunächst von dem Ver⸗ hältniß der Christen in Corinth zu den dortigen Heiden. In Bezug auf dieses Verhältniß und zur richtigen Beurtheilung desselben spricht er eine allgemeine Wahrheit aus, die jedermann täglich im Reich der Natur vor Augen hat, die Wahrheit: Das Licht hat keine Gemeinschaft mit der Fin⸗ sterniß; Tag und Nacht sind nicht ineinander sondern nebeneinander; wenn der Tag anbricht, so weicht die Nacht, und wenn der Tag scheidet, so bricht die Nacht und Finsterniß herein. Das ist eine göttliche Ordnung, ein Gesetz Gottes, das ebensosehr und noch mehr in der sittlichen Weltordnung gilt: da hat auch das Licht, d. i. die Wahrheit, keine Gemeinschaft mit der Fin⸗ sterniß, d. i. mit der Lüge; ebensowenig wie Christus Gemeinschaft mit Be⸗ lial; denn alle Wahrheit hat ihre Wurzel und Quelle in dem HErrn Chri⸗ stus, der selbst die Wahrheit ist; jede Lüge hat aber ihren Ursprung in Be⸗ lial, dem Satan, der darum vom HErrn auch ein „Vater der Lüge“ genannt wird. Diese allgemeine Wahrheit wendet der Apostel Paulus nun an auf den Verkehr der Christen zu Corinth mit den dortigen Heiden. Etliche der ersteren nämlich trugen kein Bedenken, nicht nur im Handel und Wandel äußerlich mit den Heiden zu verkehren, sondern auch an solchen heidnischen Mahlzeiten theilzunehmen, die im „Götzenhause“ gehalten und bei welchen Fleisch und Blut von „Götzenopfern“ gegessen wurde. (Vgl. 1 Cor. 8. und 10, 14—28.). Daran nahmen andere Christen Anstoß und Aergerniß; man wandte sich an den Apostel mit der Bitte um Belehrung. Er gibt diese Belehrung, indem er etwa folgendes sagt: Ein Götze ist an sich nichts; folg⸗ lich kann auch niemand dadurch, daß er Fleisch eines als Götzenopfer ge⸗ schlachteten Thiers ißt, in Gemeinschaft mit einem Götzen treten. Willst Du also, wenn du zu solcher Mahlzeit hingehst, wo Opferfleisch gegessen wird, von diesem Opferfleisch essen, so magst du es thun, ohne zu forschen und zu fragen, ob es Opferfleisch sei oder nicht. (1 Cor. 10, 27). Denn in diesem Falle ist die Gemeinschaft, die du da mit den Heiden bei Tische hast, eine rein äußerliche, eine Gemeinschaft des äußerlichen Verkehrs. Sobald aber bei solcher Gelegenheit jemand sagt: „Das ist Götzenopfer“: dann sollst du nicht mehr davon essen (V. 28.). Und warum nicht? Weil dann deine Gemeinschaft mit den Heiden in den Augen der Leute nicht mehr als eine äußerliche, sondern als eine Gemeinschaft an ihrem Götzenopfer erscheint. Es lag hier also gar nicht einmal der Fall vor, daß Christen wirklich am Götzenopfer theilnahmen; nein, es war nur der Schein einer solchen Ge⸗ meinschaft da, und schon diesen bloßen Schein gebietet der Apostel zu mei⸗ den, darum zu meiden, damit niemanden ein Aergerniß gegeben werde. Denn die wirkliche Gemeinschaft am Götzenopfer wäre eine Gemeinschaft — nicht mit den Götzen gewesen, denn die sind nichts — wohl aber eine Gemeinschaft mit den Teufeln; denn Götzendienst ist Teufelsdienst; denn was je⸗ mand den Götzen opfert, das opfert er den Teufeln, und wer darum Ge⸗ meinschaft hat am Götzendienst, der hat Gemeinschaft mit den Teufeln (V. 14, 20. 21.). Dieses sein Urtheil über die Verhältnisse zu Corinth begrün⸗