# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1860_S268 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 268 Das sogen. tausendjährige Reich. Jahre liegt. So z. B. in Matth. 10, 15.: „Dem Lande von Sodom und Gomorrha wird es erträglicher ergehen am Tage des Gerichtes denn solcher Stadt“, 11, 22., 12, 36., 1 Cor. 1, 8., 3, 3., Phil. 1, 6., 1 Thess. 5, 2. Wie nur eine Parusie, eine Zukunft des Herrn, so gibt es auch nur eine Epiphanie, eine Erscheinung desselben, und bei dieser erfolgt das allge⸗ meine Gericht, das nach der Apokalypse jenseits der tausend Jahre liegt. Der Apostel sagt in 2 Tim. 4, 1., daß Christus bei seiner Erscheinung Le⸗ bende und Todte richten werde. Der einen Epiphanie in der Vergangen⸗ heit, 2 Tim. 1, 10., tritt auch in 1 Tim. 6, 14., 2 Tim. 4, 8., Tit. 2, 13. die eine Epiphanie in der Zukunft entgegen. Im Widerspruche damit lehrt der Chiliasmus eine doppelte Epiphanie der Zukunft. Es gibt nach Röm. 8, 19. nur eine Offenbarung der Söhne Gottes. Denn es wird hier schlechthin von der Offenbarung geredet. Diese, welche Hand in Hand geht mit dem Offenbarwerden Christi in Herr⸗ lichkeit, Col. 3, 4., und durch dasselbe bedingt ist, erfolgt in Verbindung mit der Verklärung der irdischen Creatur, der Aufhebung des Fluches, welcher in 1 Mos. 3. über die Erde gesprochen worden, und fällt also jenseits des tau⸗ sendjährigen Zeitraumes, gehört in die Periode des neuen Himmels und der neuen Erde. Bis dahin ist das Leben der Gläubigen verborgen, Col. 3, 3., ganz so wie es in den bereits verflossenen 18 Jahrhunderten seit der ersten Zukunft Christi gewesen ist. Die heilige allgemeine Kirche ist bis da⸗ hin Gegenstand des Glaubens, im Gegensatze gegen die Lehre des Chi⸗ liasmus, welcher sie in voller Sichtbarkeit in die Erscheinung treten läßt und eine Offenbarung der Söhne Gottes auf der alten Erde annimmt. In der überwiegenden Mehrzahl der Stellen des N. T., welche des Reiches Gottes gedenken, steht dasselbe im umfassenden Sinne, so daß das Ganze der Kirche dadurch bezeichnet wird, welche gegründet wurde da das Wort im Fleische erschien. Verhältnißmäßig nur selten wird von dem Reiche Gottes im emphatischen Sinne geredet, so daß dadurch diejenige Stufe der Entwickelung bezeichnet wird, in der die Erscheinung des Reiches Gottes vollkommen mit seinem Wesen übereinstimmt. So z. B. Luc. 9, 11., 21, 31., 22, 18. Prof. Auberlen bezieht diese Stellen auf sein tausendjähriges Reich, und gründet darauf die Behauptung: „Jesus war ein Chiliast.“ *) Aber es gibt offenbar nur ein Reich Gottes im emphatischen Sinne, und daß dies nicht das sogen. tausendjährige Reich sein kann, zeigt der Ausspruch des Herrn Matth. 19, 28., wonach dies Reich erst eintritt mit der Wieder⸗ geburt, der Erneuerung der Welt, in der Zeit, auf welche Apoc. 21, 1. sich bezieht: „und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde, denn der erste Himmel und die erste Erde war vergangen.“ Auch der „neue Wein,“ welchen Jesus mit seinen Jüngern trinken will in dem Reiche seines Vaters, Matth. 25, 34., steht in unverkennbarem Zusammenhange mit dem neuen Himmel und der neuen Erde und dem: siehe ich mache Alles neu, der Apo⸗ kalypse. Die alte Erde kann keinen neuen Wein tragen. Wenn man Chri⸗ *) S. 373.