# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1860_S266 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 266 Das sogen. tausendjährige Reich. verborgene Charakter des Reiches Gottes aufhören, an die Stelle der im Ge⸗ heimen wirkenden Kraft ein sichtbar Werden desselben treten werde. Das ist es, was die Gleichnisse in Matth. 13 für unsern Zweck darbie⸗ ten. Sehen wir nun wie die Reden Christi über seine Zukunft zum Gerichte in Matth. 24, 25. sich zu dem Chiliasmus verhalten. Da kommt zuerst die Schilderung der sittlichen Zustände in Betracht, wie sie um die Zeit des Endes, der Erscheinung Christi zum jüngsten Gerichte, stattfinden werden. „Alsdann — heißt es — werden sie euch überantworten in Trübsal und werden euch tödten. Und ihr müsset gehasset werden um meines Namens willen von allen Völkern. Und dann werden sich Viele ärgern und werden sich unter einander verrathen, und werden sich unter einander hassen. Und es werden sich viele falsche Propheten erheben und Viele verführen. Und dieweil die Ungerechtigkeit wird überhand nehmen, wird die Liebe in Vielen erkalten. Wer aber beharret bis ans Ende, der wird selig.“ Daß dies Ende das absolute Ende ist, daran kann kein Zweifel sein. Es ist die Zeit, da die Gottlosen herausge⸗ worfen werden „in die äußere Finsterniß, da Heulen sein wird und Zähne⸗ knirschen“, K. 25, 3., die Zeit, da des Menschensohn kommen wird im Geleite aller Engel, da alle Völker vor ihm versammelt werden und er die Schafe von den Böcken scheiden wird, V. 31, 32., da die Bösen in die ewige Pein gehen werden, die Gerechten in das ewige Leben, V. 46. Das stimmt genau überein mit dem, was in der Apokalypse nach Ende der tausend Jahre und nach der neuen Schilderhebung Satans folgt. So müssen also auch die sittlichen Zustände, wie sie hier geschildert werden, diejenigen sein, die jen⸗ seits der tausend Jahre stattfinden und unsere Schilderung demjenigen parallel gehen, was in der Apokalypse von Gog und Magog gesagt wird. Die Keime solchen tiefen und weit verbreiteten Verderbens, solchen ökume⸗ nischen Abfalls, müssen auch während der tausend Jahre vorhanden gewesen sein. Es liegt am Tage, daß das zu den tausend Jahren der Chiliasten nicht paßt, daß auf solche absolute goldne Zeit nicht unmittelbar eine absolut ei⸗ serne folgen kann. Aber diese Rede Christi bietet uns noch ein zweites Argument gegen den Chiliasmus dar. Die ganze Rede kennt nur eine Zukunft des Menschen⸗ sohnes, die, mit der das jüngste Gericht unmittelbar verbunden ist. Die Jünger fragen: „was ist das Zeichen deiner Zukunft und der Vollendung der Welt“, und ebenso geht die Antwort Christi überall von der Anschauung aus, daß es nur eine Zukunft, ein Kommen des Menschensohnes gebe, das am Ende des gegenwärtigen Weltlaufes, welches in der Zerstörung Jerusa⸗ lems sein Vorbild, sein Vorspiel und seinen Mikrokosmus, seine Vorausdar⸗ stellung hat. Man vgl. K. 24. 27. („die Zukunft, Parusie des Menschen⸗ sohnes) 39. 44. 25, 6. 10. Ein Kommen des Herrn, vorgebildet durch das Gericht über Jerusalem, lehrt der Herr ebenso auch in Matth. 16, 27. 28.: „Kommen wird des Menschen Sohn in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln und dann wird er einem jeglichen vergelten nach seinen Wer⸗