# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1860_S262 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 262 Das sogen. tausendjährige Reich. dung der Kirche hängig zu machen, statt sie auf die Aussprüche Gottes zu gründen. 10) Es ist Thorheit, die Entscheidung der Schrift zu leugnen, wenn die Ent⸗ scheidung der Kirche noch nicht geschehen ist. 11) Wer keine Rechtgläubigkeit vor symbolischer Festsetzung der Artikel der christlichen Lehre anerkennt, erklärt den Köhlerglauben für den einzig richtigen. 12) Die Forderung, welche die Vertheidiger der offnen Fragen an die Chri⸗ stenheit machen, ist gottlos, denn sie verlangt in der That für den Wi⸗ derspruch gegen die himmlische Lehre der Wahrheit gleiche Rechte in der Kirche mit dieser. Von einander contradictorisch entgegengesetzten Lehren kann nur eine die rechte, muß die andere falsche Lehre, Lüge und Irrthum sein. 13) Es ist eine Versuchung des Satans, wenn diejenigen, welche aus Gottes Wort die Wahrheit richtig erkannt haben, aufgefordert werden, diese Wahrheit in Zweifel zu stellen. 14) Es ist eine schwere Versündigung und große Verblendung, das von Gott der Kirche längst geschenkte Licht zu verachten in der Erwartung, ein besseres Licht von der verwirrten, selbst „an gemeinem Menschen⸗ verstande verarmten“ Theologie des neunzehnten Jahrhunderts zu er⸗ halten. 15) Die Schrift nennt die Menschen von zerrütteten Sinnen, welche immer⸗ dar lernen und nimmer zur Erkenntniß der Wahrheit kommen — und deshalb auf die Entscheidung der Kirche warten. 16) Glaubensartikel zu offenen Fragen machen ist heidnisch, papistisch und unionistisch zugleich. Denn dadurch werden geoffenbarte Wahrheiten zu Problemen gemacht, die Kirche an die Stelle der Schrift gesetzt und der Unterschied zwischen Wahrheit und Irrthum in Theilen des christ⸗ lichen Glaubens aufgehoben. Das sogen. tausendjährige Reich. (Fortsetzung.) Als Widerlegung entgegenstehender Gründe wird von Hengstenberg Folgendes ausgeführt. Da K. 18, 2. der Untergang der Stadt angekün⸗ digt werde, welche nach K. 17, 18. die Herrschaft hat über die Könige der Erde, und dieses heidnische, weltbeherrschende Rom wirklich bis auf die letzte Spur verschwunden ist, so könne nicht entgegengehalten werden, daß Rom noch stehe, also das christliche Rom in K. 18, 2. verstanden werden müsse. — Die Behauptung, daß mit dem Ausdruck „Hure“ im ganzen Alten und Neuen Testament die abgefallene Gottesgemeinde bezeichnet werde, sei dadurch wider⸗ legt, daß der Ausdruck Jes. 23, 15—18. und Nah. 3, 4. auch von Weltstädten gebraucht werde, nämlich von Tyrus und Ninive und daß die Apokalypse grade auf diese Stellen anspiele. „Es gibt einen doppelten uneigentlichen