# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1860_S255 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 255 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. nächsten Jahre Urlaub nehmen, wenn seine Kraft, die uns Gott noch lange erhalten möge, nicht zerrieben werden soll; und in den letzten Tagen lief auch von Baierlein ein Schreiben ein, daß ihm der Arzt, wenn er nicht einen Nerven⸗ oder Hirnschlag befürchten wolle, einen längeren Urlaub und Rückkehr nach Europa befohlen habe. Gott dem Herrn sei dies Alles befohlen! „Ich danke Dir, daß Du mich gedemüthigt hast,“ darf unsre Mission sprechen. Auf das Kyrie folgt das Gloria. Vor Allem: unter unsren Missionaren draußen ist Friede, den Gott in Gnaden bewahren und immer fester gründen wolle. Das Kirchenregiment wartet seines Amtes mit preiswürdiger Sorgfalt und Weisheit; die Kirchenvisitation ist eingeleitet; die letzte Synode in Trankebar war eine einträchtige und vom Segen brüderlicher Stärkung begleitete. Aufgenommen wurden im letzten Jahre 507. Darunter sind 115 Heiden und 150 Christenkinder, die durch die heilige Taufe zur Gemeinde unsres Herrn Jesu Christi hinzugethan wurden; aus andern Kirchengemeinschaften, namentlich der römischen 236, und 6 Abgefallene kehrten zurück. Die Gesammtzahl der Christen in unsrer Missionskirche beträgt 4,600, unter welchen gegenwärtig 9 europäische Missionare und 148 eingeborne Gehülfen arbeiten. Die Einnahme, welche in diesem Jahr eine um c. 10,000 Thlr. geringere war, als im vorigen Jahr, theils wohl wegen der Noth der Zeiten, mehr aber noch wegen der Nichtübereinstimmung der Zeit des Rechnungsabschlusses des Collegiums und der einzelnen Vereine und wegen des früheren Eintretens des Pfingstfestes, belief sich auf c. 42,000 Thlr.; darunter steht Sachsen mit c. 8,000, Bayern mit 7,000, Rußland mit 6,200 (wovon auf Livland allein 4,000 kommen), Hannover mit 5,300, Schweden mit 3,380, Mecklenburg⸗Schwerin mit 2,000, Dänemark mit 1,800, Australien mit c. 1,300, die Franckesche Stiftung mit 1,000, Kurhessen mit 650, Thüringen mit 600, Reuß mit 450, Lauenburg mit 430, Mecklenburg⸗Strelitz mit 380, Frankreich (Elsaß) mit 370, Großherzogthum Hessen mit 300, Holstein mit 200, Waldeck mit 180 Thlr. u. s. w. Die Ausgaben betrugen c. 38,000 Thlr. Die Minderung der Einnahme schreckte das Collegium nicht ab, die Errichtung einer Buchdruckerei in Trankebar zur Unterstützung der Mission, und besonders der Thätigkeit Blomstrands, in Angriff zu nehmen. In diesen Tagen geht der Factor dieser zu errichtenden Druckerei, Hobusch, über London nach Ostindien ab, nachdem er sich noch in einer Reihe technischer Arbeiten, wie Buchbinden, Holzschneiden u. s. w., unterrichtet hat. Freilich kostet die Einrichtung einer wenn auch sehr mäßigen Druckerei immer einige tausend Thlr. Aber Gott wird für das Geld sorgen. Mit ihm wird Döderlein als Missionar die Reise machen, welcher nach fast 10jährigem Kirchendienst in Bayern, und nachdem er 7 Jahre lang den Wunsch, sich der Mission seiner Kirche zu Diensten zu stellen im Herzen getragen, nun mit dem Segen seiner Eltern wie seiner Kirche hinauszieht, den von Arbeit Ueberhäuften draußen zu Hülfe zu kommen. Möchten ihm nur bald noch Andere folgen! Gott gebe, daß sich die Hoffnungen erfüllen, zu denen der gute Stand der Anstalt berechtigt! Nachdem von den 5 Schweden 3 in ihre Heimath zurückgekehrt sind, weil ihnen die Vorbereitung zu lange dauerte, zählt die Anstalt 9 Zöglinge, darunter 3 Studenten. Gott erhalte unter ihnen den Geist der Einfalt, Demuth und Eintracht und rüste sie aus mit dem Reichthum seiner Gaben! Die großen Weltströme werden vertrocknen, aber das Wasser Siloah wird die Erde bedecken. Mit dem Ausdruck dieser Glaubenshoffnung schloß der Bericht, auf welchen nach dem Gesang der Verse: „Ach bleib mit deinem Segen“ und „Ach bleib mit deinem Schutze“ die Abordnung Döderleins durch Past. Dr. Ahlfeld in ergreifender Ansprache und Fürbitte, erwidert vom Gelöbniß des Abgeordneten, folgte. Der Gesang von „Du heilige Brunst, süßer Trost“ ging dem Altargebet des Pfarrer Rüdel von Nürnberg voran, welches echt liturgische Haltung trug, worauf dann die Schlußliturgie und Gesang die Feier schloß. Ein gemeinsames Mittagsmahl versammelte eine größere Zahl von Missionsfreunden. Hierauf vereinigten sich die Deputirten im Missionshaus zur General⸗Versammlung, welche, mit Gesang und Gebet beginnend und schließend, nach der Erledigung der Legitimationen hauptsächlich durch den ausführlicheren Bericht des Directors ausgefüllt wurde. Das Wesentliche desselben ist oben schon erwähnt. Hier sei nur noch bemerkt, daß die vom Collegium hinausgesandte und im Wesentlichen mit den betreffenden Bestimmungen des Entscheids in