# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1860_S248 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 248 Siegfried Saccus von der Ordnung, so im Predigen kann ꝛc. nur eine Heidenstadt sein, weil es unter der Gattung „Städte der Heiden“ begriffen ist. 8. „In Kap. 18. erscheint das neue Babylon in der ausführlichsten Schilderung als der Mittelpunkt des Welthandels, nicht in dem Sinne, in dem früher Tyrus es war, sondern so, daß die Kaufleute der ganzen Welt an ihr reich werden, die Güter und Genüsse derselben in ihr zusammenfließen, aller Luxus, alle Ueppigkeit, alles Genußleben sich in ihr concentrirt. Das paßt nur auf das heidnische Rom.“ (Fortsetzung folgt.) Siegfried Saccus von der Ordnung, so im Predigen kann gehalten werden. (Aus W. Beste, die bedeutendsten Kanzelredner der älteren lutherischen Kirche, Leipzig, Mayer, 1858.) Dr. S. Saccus, Domprediger zu Magdeburg, gestorben 1596, giebt in dem, seiner Postille vorgedruckten „kurzen Unterricht von der Ordnung, so im Predigen kann gehalten werden“ folgende Ermahnung: „Es ist jungen Predigern sehr Viel daran gelegen, daß sie sich an eine gute Ordnung und an eine gewisse Art zu lehren gewöhnen, und ist ein schädlicher und schändlicher Wahn bei etlichen Leuten, daß sie meinen, es müsse im Predigen keine Ordnung gehalten werden, plaudern nur dahin, was ihnen ins Maul kommt, verwerfen die Sprachen und freien Künste, als wenn dieselben zur Erklärung der heiligen Schrift nicht nöthig oder nützlich, geben für, wo Etwas ordentlich disponirt wird, es sei lauter Philosophie, es habe keinen Geist, und halten's auch dafür, daß in der ganzen heiligen Schrift keine Ordnung gehalten werde. Wie mir denn selbst von Einem, der etwas Sonderliches sein wollte, begegnete, da ich im Anfang meines Predigens von dem Spruch „„rufe mich an in der Noth, u. s. w.““ eine Predigt gethan, derselbe zu mir gesagt: Concio tua non placuit mihi. (Deine Predigt hat mir nicht gefallen). Da ich fragte warum? sagte er: Quia erat methodica, (weil sie zusammenhängend geordnet war), und setzte hinzu: Alius erat spiritus Lutheri, das ist, Luther hätte einen andern Geist gehabt und in seinen Predigten keine Ordnung gehalten. Derselbe hielt im Predigen durchaus keine Ordnung, als wenn's die größte Schande wäre, ordentlich lehren; wollte sich dazu unter des Herrn Lutheri Namen schützen, gleich als wenn Lutherus fürsätzlich confuse gelehrt hätte, da man ja das Widerspiel sehr wohl beweisen kann. Dagegen aber sollen junge Prediger wissen, daß Gott der Herr nicht ein Gott der Unordnung ist; non est Deus confusionis sed ordinis; und daß in der heil. Schrift über die Maaßen eine schöne und herrliche Ordnung gehalten werde, wie das mit vielen Exempeln, beide aus dem alten und neuen Testament, kann erwiesen werden. Und wie Gott der Herr selbst, auch die heiligen Engel, Propheten und Apostel eine gute Ordnung gehalten, also sollten wir uns auch an eine gute Ordnung im Lehren gewöhnen. Denn dasselbe dienet Beides für die Lehrer und für die Zuhörer. Für die Lehrer, daß sie ihre