# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1860_S247 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Das sogen. tausendjährige Reich. 247 richten, sondern zunächst nach den lichten Höhen des Himmels, wo die vollendeten Gerechten vor dem Stuhle Gottes sind und ihm dienen Tag und Nacht in seinem Tempel, wo sie nicht mehr hungern und dursten wird, es wird auch nicht auf sie fallen die Sonne noch irgend eine Hitze, und dann nach dem neuen Jerusalem mit seinem lauteren Strome lebendigen Wassers klar wie ein Crystall. An die Herstellung eines paradiesischen Zustandes, an eine Naturverklärung ist hienach in den tausend Jahren nicht zu denken. Sie gehören in den Bereich des „Ersten“, Jes. 65, 17., Apok. 21, 4., nicht in den Bereich der Eschatologie, der letzten Dinge, in welche sie der Chiliasmus gern versetzen möchte. Hand in Hand mit der Größe der Schmerzen geht die Größe und Schwere der Sünden. Die Schmerzen sind gleichsam das Echo der Sünden, die göttliche Antwort auf dieselben. Von der entscheidendsten Wichtigkeit aber ist die Beantwortung der Frage, was unter dem Weibe, das auf vielen Wassern sitzet, d. h. große Hülfsquellen hat, in K. 17, 1. zu verstehen sei, und unter der nach Aller Zugeständniß mit ihr identischen Babylon der Großen in K. 14, 8., 18, 10. Daß dies Weib, dies neue Babel Rom ist, wird so gut wie allgemein anerkannt. Die Einen aber verstehen darunter das alte Rom, die Anderen das Päpstliche, entweder für sich allein oder als die Hauptrepräsentantin der entarteten Kirche. Sobald sich die erstere Ansicht als die richtige erweist, so müssen die tausend Jahre nothwendig der Vergangenheit angehören. Denn sie beginnen sofort mit der Christianisirung der Völker, welche das Weib hassen und wüste machen, Babel die große Stadt zerstören.“ Hierauf giebt nun Hengstenberg die Gründe an, die ihn bestimmen, dies Weib für das alte Rom zu halten. Es sind kurz folgende: 1. Der nächste Zweck des Buches ist, die Gläubigen in der blutigen Verfolgung zu trösten und zu stärken, welche von dem alten Rom ausging. 2. Das ganze kirchliche Alterthum unter der Herrschaft Roms selbst und im Laufe der Erfüllung hat unter dem Weibe und Babylon das alte Rom verstanden. So Tertullian, Lactanz, Hieronymus, Orosius; Irenäus, Augustinus. 3. Das heidnische Rom wird auch sonst in der heil. Schrift durch den Namen Babylon bezeichnet. So Sach. 5, 5—11., 1 Pet. 5, 13. „Denn daß an dies neue Babylon zu denken sei, nicht an das alte, erhellt außer vielen anderen Gründen daraus, daß die urchristliche Tradition den Aufenthalt des Petrus in Rom bezeugt, während sie dagegen von einem Aufenthalte in dem längst in Ruinen liegenden und den Thieren anheimgefallenen alten Babylon nichts weiß.“ 4. „Schon nach dem Namen Babel wird man zunächst an eine rein politische und zwar eine heidnische Größe denken. Denn das war die alte Babel. Im Einklange mit diesem Namen ist der Charakter Babels und des Weibes über den vielen Wassern in der Apokalypse überall ein rein weltlicher.“ 5. Offenb. 17, 18. ist von der Stadt, an die jeder der ersten Leser zunächst dachte, gesagt: sie hat die Herrschaft in der Zeit des Sehers. 6. Nach Offenb. 18, 20., rächt Gott die Apostel an Babel. „Nur das alte Rom hatte es mit den Aposteln zu thun.“ 7. Nach Offenb. 16, 19. kann Babylon