# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1860_S245 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Das sogen. tausendjährige Reich. 245 tausend Jahre, welches dem ersten, der Bindung Satans, zur Seite tritt. Es wird gesagt, daß die vollendeten treuen Zeugen während der tausend Jahre mit Christo regieren werden. Die tausend Jahre, könnte man hiernach meinen, sind die Zeit der Herrschaft Christi und seiner verklärten Gemeinde. Indessen bei näherer Betrachtung ergiebt sich, daß diese Auffassung eine irrige ist. Das Regieren Christi und seiner Gläubigen während der tausend Jahre ist positiv zu verstehen und nicht exclusiv, nicht so als ob Christus und seine Gläubigen vorher und nachher nicht regiert hätten, sondern die Regierung wird den tausend Jahren nur deshalb beigelegt, weil auf diese grade reflectirt wird, weil die Frage: was wird denn uns während der tausend Jahre werden? den Ausgangspunkt bildet. Christus regieret unablässig seit seiner Erhöhung zur Rechten des Vaters, er herrscht auch mitten unter seinen Feinden, Ps. 110, 2., herrscht während der grimmigen Anläufe des Thieres und in der Zeit, da der Satan wieder los geworden aus seinem Gefängniß und Gog und Magog zum Streite versammelt hat wider die geliebte Stadt, nicht minder als während der tausend Jahre. Er ist nach Offenb. 1, 5. der Fürst der Könige auf Erden, er besiegt nach K. 17, 14. die zehn Könige, weil er ein Herr aller Herren und ein König aller Könige ist, er hat nach K. 19, 16., schon da er zum Streite gegen die zehn Könige auszieht, einen Namen geschrieben auf seinem Kleide und auf seiner Hüfte also: „ein König aller Könige und ein Herr aller Herren.“ Das ist die Bürgschaft des Sieges über die zehn Könige. Nach 1 Cor. 15, 25. muß Christus regieren bis daß er alle seine Feinde unter seine Füße gelegt hat. Daß ebenso das Herrschen der Gläubigen mit Christo von Zeitverhältnissen durchaus unabhängig ist, zeigen die übrigen Stellen der Apokalypse, in denen desselben gedacht wird. 1, 6. 9., 2, 26—28., 5, 10. Dann die Paulinische Grundst. 2 Tim. 2, 12.: „Dulden wir, so werden wir mit herrschen.“ In Röm. 5, 17. erscheinen leben und regieren als unzertrennlich verbunden. Man wird nach allem diesem die Bezeichnung: tausendjähriges Reich, als eine mißverständliche aufgeben müssen. Daß in Bezug auf die tausend Jahre nur ein einziges Merkmal gegeben wird, erhellt auch daraus, daß das Eintreten der neuen Periode nur durch das Aufhören dieses Einen Merkmales bezeichnet ist. Es heißt nur: „wenn die tausend Jahre vollendet sind, wird der Satanas los werden aus seinem Gefängnisse,“ und von einem Aufhören des Reiches Christi und seiner vollendeten Gläubigen ist mit keinem Worte die Rede. Das nun wird in der Apokalypse von dem Jahrtausend gesagt, während dessen der Satan gebunden ist, daß er die Völker nicht mehr verführen kann. Es folgt darauf die neue Aera, da der Satan los geworden aus seinem Gefängniß und wiederum die Völker verführet und zum Sturme wider die geliebte Stadt, die Kirche, versammelt. Die Erfüllung liegt vor Augen. Rechnen wir tausend Jahre von Bonifacius und Karl dem Großen, so stoßen wir auf Voltaire, diesen Malefacius, dessen Losung ecrasez l'infame so viel heißt als: Satan komm los, auf die französische Revolution, auf Napoleon, den