# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1860_S237 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Unterricht wider den Zweifel am göttlichen Wort und dessen Wahrheit. 237 ja gewiß des ewigen lebendigen Gottes Wort und demnach durchaus in allem ein wahrhaftiges Wort sein. Endlich und zum Zwölften bekräftiget des heiligen göttlichen Worts Wahrheit der tägliche Augenschein, wann die Menschen sichtbar und greiflich in der That befinden, daß es wahr sei und für ihren Augen erfüllet werde, was dasselbige Wort, die heilige Schrift, verkündiget, oder, daß es daher gehe wie es in diesem Buch der Bibel beschrieben wird. In dessen weiterer Erklärung und Beweisthum spreche ich mit dem alten Lehrer Hilario lib. 3. de Trinit.: Alle erschaffenen Werke in der ganzen Welt könnten unsere Zeugen sein, daß sich nicht geziemet an göttlichen Sachen (und demnach an dem heiligen Wort Gottes) zu zweifeln. Man schaue an den Himmel, Sonne, Mond, Sterne, Erde, Berge, Hügel, Erdenfrüchte, Bäume, Meer, Fische, Schiffsfahrt, Vögel unter dem Himmel und dergleichen, und halte es an dies Buch der heiligen Bibel, so wird man (über die Erinnerung und Empfindung ihrer Schöpfung) sehen und merken, daß sich die Regierung aller dieser Dinge eben so unter der gewaltigen Hand Gottes begebe, als es diese Schrift verkündiget und beschreibet. Der Himmel sammt Sonne, Mond und Sternen haben ihre Art, Bewegung, Lauf, Zeit, Aufgang und Untergang; desgleichen Wolken, Winde, Blitz, Donner, Regen, Trocken, und was dessen mehr, allermaßen wie dies Buch anzeiget und demselben zum eigentlichsten gemäß sein kann, als etwa: 1 Mos. 1, 14., Ps. 104, 2. 19., Hiob 9, 7., Ps. 107, 25., Ps. 148, 6., Ps. 157, 7., Jer. 10, 3. ꝛc. Also auch die Erde mit ihren Früchten und Wachsthum an Erz, Weinwachs, Ackerbau, Korn, Vieh, Thieren und wie es möcht Namen haben: 5 Mos. 8, 9., 28, 3. 4. ꝛc., Ps. 107, 23. 27., Hiob 28, 2., 5 Mos. 11, 14. Darnach weiter betrachte man den Menschen selbst und sehe an wie er, vermittelst der allmächtigen Hand und sonderbaren Segens Gottes, sein Leben und dessen Pflege von Mutter Leibe an durch die Empfängniß und Geburt seiner lieben Eltern erlanget habe und erhalten werde. 1 Mos. 1, 28., Ps. 127, 3., 51, 7., 22, 10., 128, 3. 4. Und insonderheit nehme man mit Fleiß gar wohl in acht, wie mit diesem heiligen Wort Gottes die verdorbene Natur (leider) so, als sie im selben beschuldiget wird, gar überein kommt, nämlich daß des Herzens Dichten und Trachten zum Bösen geneigt ist, 1 Mos. 6, 5., 8, 21., nichts Guts im Fleische wohne, Röm. 7, 18., daß wir alle untüchtig sind und des Ruhms bei Gott mangeln, Röm. 3, 12. 19. 23., Ps. 14, 3. Siehe das beschreibet Gottes des HErrn Wort und wir findens leider mehr dann allzu wahr. Zudem sagt die Schrift, der Mensch müsse der Sünden halben des Todes sterben, Röm. 5, 12. und habe hier keine bleibende Stätte, Hebr. 13, 14., sondern es müssen Arme und Reiche, Hohe und Niedrige, Junge und Alte, ohne Unterschied davon, Hiob 3, 16., 15, 33., Jer. 17, 11., Hab. 3, 5. Daß dasselbe wahr sei gibt der Augenschein und bestätiget darin die heilige Schrift. Demselben kann auch sonst ohne das der ganze Mensch mit all seinem Zustande und was in der weiten Welt ist (wenn mans weitläuftig ausführen will) hinzu gethan, überflüssig damit dieser Sachen wahrhaftiger Grund bewähret werden.