# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1860_S235 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Unterricht wider den Zweifel am göttlichen Wort und dessen Wahrheit. 235 zukünftigen ewigen Lebens; wer dürfte sich wohl unterstehen, dasselbe als ein Menschengedicht zu verachten und nicht für Gottes geheime Offenbarung zu halten? Demnach, dieweil das Herz, welches bis daher in diesem Stück aus Irrung widersprochen, sich selbst wird überzeugen und annehmen müssen, daß angezogene Geheimnisse Gottes Geheimnisse sind und für seine unerforschliche Werke billig zu halten, so wird es weiter nicht in Abrede sein können, daß die heilige Schrift (welche solche Geheimnisse aus Gott und von Gott verkündiget und handelt) gewiß Gottes Wort sei und ihm nimmer mit Fug könne widersprochen werden. Zum Eilften, daß die heilige Schrift Gottes wahrhaftiges Wort sei bewähren die innerlichen Bewegungen und Wirkungen, welche durch dasselbe in den Herzen der Menschen entstehen und dermaßen befunden werden, daß man sie gottlob nicht verleugnen könne noch möge. Als siehe, wann etwa ein frommes Herz aus Schwachheit seines Fleisches wider das Gebot und den Willen Gottes mit einer oder andern Sünde sich verlaufen, und höret entweder in der gemeinen Versammlung aus öffentlicher Predigt, oder sonst, aus diesem heiligen Buch der Bibel einen einigen Spruch von dem gestrengen Zorn und der heiligen Gerechtigkeit Gottes wider seine Sünde, der da etwa ihre verdiente Strafe drohet; hilf lieber Gott, wie fängt da das Herze an sich zu bewegen, wie schläget es von lauter Unruhe in dem sündigen Leibe, wie seufzet es, wie trauert es, bis daß es wiederum seine heilige Absolution erlange und mit dem gnädigen Gott ausgesühnet werde, stillet sich nicht ehe, gibt sich auch nicht ehe zur Ruhe, ehe es erquicket wird, und eilet derwegen zu dem Gnadenbrunnen, daß es wieder gelabet werde, nicht anders als wann es mit einem augenscheinlichen und gewaltsamen Mittel getrieben würde, wie neben den Exempeln der heiligen Schrift an David, Petro und dergleichen, die tägliche Erfahrung vielfältig beweiset. Das kann ein Sprüchlein, das kann ein Wörtlein dieses heiligen Buchs, ja das kann solche große und unbegreifliche Thaten thun. Die verdorbene Natur thut es nicht, sintemal sie leider mit Lust und Begierde zu sündigen geneiget ist; aber dies kräftige wahrhaftige Wort Gottes thut es und treibet es mit aller Macht, darum es dann Gott selber bei dem heiligen Propheten Jeremia, in seinem 23. Cap. v. 29. einem Hammer, der Felsen zerschlägt, ganz wohl und billig vergleichet. Wiederum auch, wann ein bußfertiges gnadenhungriges Herz in der Predigt oder sonsten, fürnehmlich aber in der heiligen Absolution, ein Trostsprüchlein von Gottes leutseliger Gnade und bereitwilliger Vergebung der Sünden höret, als etwa, da Gott mit seinem theuren Eidschwur, Ezech. 33, 11., spricht: So wahr als ich lebe, ich habe keinen Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern daß sich der Gottlose bekehre von seinem Wesen, und lebe. Oder Esa. 1, 18.: Wenn eure Sünde gleich blutroth ist, soll sie doch schneeweiß werden, und wenn sie gleich ist wie Rosinfarbe, soll sie doch wie Wolle werden. Esa. 11, 3.: Er wird nicht richten nach dem seine Augen sehen, noch