# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1860_S234 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 234 Unterricht wider den Zweifel am göttlichen Wort und dessen Wahrheit. Marentii, Juliani u. dgl., welcher Julianus, ein sonderlicher mammeluckischer Feind und gar heftiger Verfolger des heiligen Evangelii, mit einem Pfeil verwundet, von dem er nicht wissen können, woher er geflogen kommen sei. Siehe, was geschah aber, da er Gottes gerechtes Gerichte und die Strafe seines Zorns hieraus vernommen, hat ihn sein Gewissen gedrungen, daß er dasselbige heilige Wort Gottes, das gnadenreiche Evangelium, welches er bis dahin verleugnet, verhasset und verfolgt hatte, für gut und wahr ausrufen und bekennen müssen, indem er das Blut, welches aus seiner Wunde geflossen, in die Höhe geworfen und zu dem HErrn Christo (welchen er den Galiläer genennet) gesprochen: Du hast gewonnen, und damit bekannt, daß er mit Verleugnung und Verfolgung seines Wortes unrecht, Christus aber recht behalten, und ihn derwegen zur Strafe solcher seiner Sünden mit diesem Tod eben in seiner heftigsten Bosheit beleget und erleget habe. Auch haben wir ein merkliches unleugbares Exempel vor unsern Augen an den gottlosen Juden, von welchen außer allem Streit und Zweifel ist, daß sie unser heiliges Evangelium von Christo verhassen und verleugnen; aber tragen sie deswegen nicht die schwere Ruthe des gerechten Zorns Gottes zur Strafe, indem er seine gnädige Hand von ihnen abgezogen, sie mit greulicher Blindheit geschlagen (dieweil sie sich die Blindheit mit Gewalt erwählet) und aller Welt zu Hohn und Spott dahin geworfen? Wollte man mehr Exempel namhafter Personen haben, könnten derselben genug an Franzisco de Spira, Latomo, Hoffmeistero, Sixto, Thammero und andern, wann es hier nicht zu weitläuftig fallen wollte, angezogen werden. Was wollen aber solche und dergleichen Exempel? Sie zeigen an, daß die heilige Schrift ein wahrhaftiges Wort Gottes sei, und seine göttliche Majestät, nach Laut und Inhalt desselbigen, mit solcher großen Macht, Ernst und Eifer darüber halte, daß alle, welche demselben aus vorsätzlicher Bosheit beharrlich widersprechen, nicht ungestraft bleiben, sondern zu Schanden werden müssen. Zum Zehnten, geben uns hiezu, daß die heilige Schrift gewiß Gottes wahrhaftiges Wort sei, die Offenbarungen der hohen Geheimnisse, so in derselben enthalten sind und beschrieben werden, ein starkes Beweisthum. Als zum Exempel, man besehe das große Geheimniß von der heiligen hochgelobten Dreifaltigkeit in dem einigen göttlichen Wesen, und lasse das Gewissen urtheilen, ob es eine himmlische und göttliche Offenbarung oder ein Menschengedicht sei? Was gilts, das Gewissen wird flugs als in sich selbst überzeuget, bekennen müssen, es sei ein groß Geheimniß von Gott und wird vor den andern Gedanken, die dawider laufen wollen, erzittern. Desgleichen das große Geheimniß von der Menschwerdung Jesu Christi, Gottes Sohns; wer wollte das nicht für ein unerforschlich Werk Gottes halten und zum höchsten preisen? Also auch das unaussprechliche Werk der Erlösung, item, die Rechtfertigung eines armen Sünders vor Gott, wie derselbe stracks aus seinen Sünden kann ein Gerechter und aus einem verdammten Höllenbrand ein seliges Kind Gottes zur Erbschaft seines Reichs werden. Endlich das Geheimniß des