# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1860_S232 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 232 Unterricht wider den Zweifel am göttlichen Wort und dessen Wahrheit. mit an, wie dies sein eigen erdichtetes Unwesen ein menschliches und nicht ein göttliches, und demnach nicht von Gott, sondern von Menschen sei, alldieweil es menschliche Gewalt haben muß einzuführen und zu erhalten, welches Gott mit seinem Wort nicht bedurfte, sondern dasselbe wunderbarlich, auf eine viel andere Art, nämlich durch das mündliche Predigen, aus einer geheimen Kraft weiß fortzupflanzen und zu erhalten, also und dergestalt, daß dies Wort durch eine geringe Stimme, die es ausruft und verkündiget, gewaltig durchbricht und sich ausbreitet, wann schon große Kriege, mit mächtigen Herrn, Wehr und Waffen sich dawider setzen. Geschah es nicht also zu Zeiten der lieben Apostel? Was war es doch mit ihnen ein unansehnliches und verächtliches Thun für Menschen Augen, da sie mit diesem Wort, ganz unbewehrt, ausgingen und die ganze Welt an Juden und Heiden wider sich hatten; erhoben nur ihre Stimme und predigten, und dennoch alle Welt diesem Wort auf ihren Zungen nicht mochten wehren, sondern ansehen, daß es mit jedermanns Verwundern herdurchbrach. Was will man hie sagen? Ist dies ein menschlich Werk und demnach dies Wort ein menschlich Wort? Nein wahrlich, ganz Himmel und Erde, ja die Vernunft selbst und alle Creaturen werden dawider zeugen, wie dann deswegen Gamaliel recht sprach, Apostg. 5, 38.: Ist der Rath oder das Werk aus den Menschen, so wird es untergehen, ist's aber aus Gott, so könnet ihr es nicht dämpfen; und also ist's auch geschehen, sie habens nicht gedämpfet noch dämpfen können, sondern haben ihm seinen Lauf müssen gönnen, und damit selbst Zeugen werden, daß es aus Gott sei. Und daß ich noch näher trete, so besehe man unser eigen Exempel: Da Gott der HErr dies sein heiliges Wort aus dem höllischen und verfinsterten Papstthum wiederum rein und lauter durch das auserwählte Rüstzeug, den hocherleuchteten Herrn Lutherum, herfürgebracht und an Tag gegeben, ist da nicht der theure Held mit diesem Wort fast gar allein gestanden? Hat er nicht wider sich gehabt Kaiser, Könige, Fürsten, Herren, Lande, Städte und Völker groß und klein, ja insonderheit das große Kind des Verderbens, den Papst zu Rom? Widersetzten sich nicht dieselben alle diesem einen Manne, dem einen Priester, suchten diesem Wort zu wehren, und dasselbe gänzlich zu dämpfen? Ja freilich, aber was half es, die ganze Welt und ihre Macht konnten oder mochten dies Wort, in und wider den einen Mann (das ja ein großmächtiges Wunder ist) nicht behindern, sondern es ward aller menschlichen Macht zu mächtig und drang vor ihren Augen hindurch trotz ihres Trotzes. Ist dies wohl (frage ich abermal) für ein menschlich Werk und also dies Wort für ein menschlich Wort zu halten? Nein nimmermehr, und wird es kein vernünftiger Mensch, ich geschweige ein erleuchteter Christ, gedenken oder reden können. Was will man ebener Maßen sagen von dem wunderbarlichen Erhalten dieses Worts? Empören sich nicht, lehnen sich nicht auf wider dasselbe täglich so viele Mächtige und Gewaltige auf Erden, der höllische Papst mit seinem Anhang, gebrauchen sie nicht alle Mittel, die sie können, mit Krieg, Feuer, Schwert und dergleichen? practiciret nicht die giftige Schlangenart der heillosen Jesuiten Tag und Nacht, wie sie doch dies Wort unterhalten