# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1860_S230 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 230 Unterricht wider den Zweifel am göttlichen Wort und dessen Wahrheit. lehrt worden sind. Wer deswegen demselben widersprechen und die heilige Bibel für Gottes Wort leugnen wollte, der verwürfe und verdammete, so viel dessen an ihm, die ganze gläubige Kirche aller Heiligen bis auf Adam den ersten Menschen, welches doch niemand mit Grund und Wahrheit thun kann, ist und bleibet demnach die heilige Schrift Gottes Wort und Wahrheit. Zum Vierten bestätigen dies alle Ketzer in der Kirche, welche sämmtlich mit einander, wie sie auch jemals Namen gehabt oder noch haben, dies heilige Buch, die Bibel für, Gottes Wort und Wahrheit erkannt, und nimmermehr in demselben widersprochen haben, indem genugsam bekannt ist und keiner weitläuftigen Ausführung bedarf. Wollte dann nicht ein überaus Großes sein, daß in diesem Stück ein sonst rechtgläubiger Christ dem heiligen Wort Gottes mehr, denn zu jener Zeit die groben Ketzer in der Kirche gethan haben, abschneiden und ihm zuwider fallen sollte? Fürs Fünfte, das noch mehr ist, bekräftigens auch Juden, Türken und andere Heiden außer der Kirche. Siehe die Juden stehen von uns Christen im Glauben und Glaubenssachen so weit ab, als Himmel und Hölle von einander stehen mögen, dennoch aber bekennen sie erstlich Mosen, die Propheten und Psalmen für das heilige Wort Gottes, und kommt ihnen nimmer in den Sinn, daß sie anders davon gedenken, vielweniger anders davon reden sollten, und ist dasselbe außer allem Streit. Darnach weiteres, von dem Neuen Testament und dem HErrn Messia bekennen sie folgendermaßen: Josephus, ein aufrichtiger Historienschreiber der Juden, gedenket in seinem 18. Buch von den alten Geschichten der Juden Cap. 4. hievon also: Es hat auch zur selbigen Zeit gelebet Jesus, ein sehr weiser Mann, so sich anders ziemet, daß man ihn einen Mann nennet, denn er viel Wunderwerk gethan, und ein Lehrer derer gewesen, so die Wahrheit gerne annahmen, und hat von beiden Juden und Heiden sehr viel Nachfolger gehabt. Dieser war Christus, welchen hernach auf Anklage der fürnehmsten unter unserm Volk Pilatus zum Kreuz verurtheilt hat. Doch sind die, die ihn erstlich angefangen lieb zu haben, mit nichten von ihm abgefallen, denn er ihnen am dritten Tage, wie dann die Propheten aus göttlicher Eingebung von ihm, beide dieses, und sonst viel wunderbarliche Dinge geweissaget haben, wiederum lebendig erschienen ist, und währet auch noch auf den heutigen Tag der Christen Geschlecht, welche von ihm so genennet worden. Desgleichen schreibet ein alter fürnehmer Scribent der Juden, Philo: Es sei zu Herodis Zeiten ein Gerücht auskommen, daß der Messias geboren worden, durch welches der Tyrann bewogen unter den kleinen unschuldigen Kindern auch seinen eigenen Sohn, welcher ihm von einem hebräischen Weibe geboren, ums Leben bringen zu lassen. Die Türken bekennen, daß uns die Schrift Alten und Neuen Testaments vom Himmel gegeben sei, und setzen ausdrücklich in ihrem Alcoran, daß Moses und IEsus Christus als unzweifelhafte Propheten den Weg Gottes gelehrt haben. Zudem haben auch andere Heiden und derselben Scribenten dieses heiligen Worts Wahrheit damit bekräftiget, daß sie viel biblische Sachen in ihren Büchern beschrieben, als sie Moses hatte in seinen