# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1860_S229 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Unterricht wider den Zweifel am göttlichen Wort und dessen Wahrheit. 229 zu ziehen oder darauf zu bauen ganz ernstlich verbietet, und führet dagegen allein in das Göttliche und Himmlische, gehet stracks auf Gott den HErrn selbst zu und stellet ihn den Menschen gleich vor Augen, also, daß ein gottesfürchtiges Herz, welches es fleißig erwäget, bekennen muß, ein jegliches Wort der heiligen Bibel lebet und hat eine gewaltige durchdringende große Kraft, wovon hernach an seinem Ort, dahin es eigentlich gehöret, soll weiter gehandelt werden. Weil dann demselben also, daß die Menschen auf Erden ein Wort und Gesetz des ewigen Gottes für gewiß haben müssen, ihn und seinen Willen daraus zu lernen und erkennen, kein ander Wort und Gesetze aber zwischen Himmel und Erde zu finden, da sich derselbe große Gott sollte ihnen geoffenbaret und seinen Willen beschrieben haben, als eben in dem Buch der heil. Bibel; so ist zum aller billigsten dies Wort für Gottes Wort und demnach für lautere Wahrheit zu halten. Fürs Andere bezeuget dies insonderheit des Menschen Schöpfung, indem ja nicht kann geleugnet werden, daß er in diese Welt erschaffen sei, Gott seinem Schöpfer zu dienen, und ihn zu ehren. Weil aber Gott selbst (wie schon gesagt) dem Menschen muß fürgeschrieben und angezeiget haben, wie und worin er ihm solchen Dienst und Ehre leisten solle, so muß erfolgen, daß dasselbe geschehen sei, sobald Menschen auf Erden gekommen sein, und muß demnach sein geoffenbarter und beschriebener Wille von Anfang der Schöpfung her gewesen sein, und also die Erstigkeit (wie man redet) oder den ältesten Vorzug vor allen Schriften haben. Nun befindet sich unleugbar, daß die Bücher und Schriften Mose, allen andern Schriften in Zeit und Alter auf etliche hundert Jahr vorgehen, und von der allgemeinen Schöpfung, ja, mit dem ersten Menschen, der in die Welt gesetzt ist, neben der Beschreibung des göttlichen Willens, den Anfang machen: Zu dem, daß sie von daher ordentlich ausführen den Zustand der Welt, was Maßen die Kirche Gottes, sowohl auch die geistliche und weltliche Regierung, ihren Anfang und Fortgang genommen habe, auch wie immerdar alles auf einander gefolget sei, von welchem bei ganz keinem andern Scribenten gelesen wird. Derwegen folget gewiß, daß die heilige Bibel, welche mit den Büchern Mose anfängt, und sich weiter bis in die Offenbarung St. Johannis continuiret, das eine unfehlbare aller wahrhaftigste Wort Gottes sei. Zum Dritten, daß die heilige Schrift ganz gewiß Gottes wahrhaftiges und unfehlbares Wort sei, beweiset das immerwährende einhellige Bekenntniß der christlichen Kirche, in welcher von Anfang bis in diese Stunde dasselbe also ist bekannt, von einem Volk zum andern erhalten, und endlich uns heut zu Tage in die Hände geliefert worden, wie Eusebius davon schreibet, lib. 3, c. 3. 25. 35. mit diesen Worten: Unter dem Namen der canonischen oder bewährten Schrift verstehen wir nicht aller Scribenten Schriften ohne Unterschied, sondern die Bücher der Propheten und Apostel, welche zu jeder Zeit von der Kirche Gottes für bewährt und unzweifelhaftig sind erkannt worden, und ist gewiß, daß sie von den Propheten und Aposteln herkommen und ge⸗