# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1860_S228 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 228 Unterricht wider den Zweifel am göttlichen Wort und dessen Wahrheit. Schrift keinen Streit hat, so folget aus ihm selber, daß ein Mittel seiner Erkenntniß und ein Gesetz seines Gehorsams zwischen ihm und seinen Völkern sein muß. Denn, wie unter den sterblichen Menschen keine Herrschaft so gering ist, die nicht ihr Land⸗ oder Stadtrecht habe, durch welches sie ihren Unterthanen zu erkennen gebe, was ihr Wille sei, daß sie thun und lassen sollen: so ist gewiß, es wird vielmehr solcher großer Gott, der nicht allein ins gemein über Himmel und Erden herrschet, sondern vornämlich in aller Welt die edle Creatur, den Menschen, unter sich hat, demselben gewiß seinen Willen vorgeschrieben und sein Recht verkündiget haben, aus welchem er wissen könne, was er thun und lassen solle. Werden wir nun die ganze Welt durchgehen und forschen nach dem Erkenntniß, Recht und Gesetz dieses großen Gottes so finden wirs doch auf dem weiten Erdboden und unter der Sonne nirgends, ohne allein in dem heiligen Buch der Bibel. In demselbigen hat man allein dieses ewigen Gottes Erkenntniß nach seinem geoffenbarten Wesen, allein (sage ich) und sonst nirgends in aller Welt. Desgleichen sein Gesetz und Willen hat man in diesem Buch allein, und auch sonst nirgend anders in aller Welt. Kein Buch, keine Schrift, keine Rede findet sich zwischen Himmel und Erde, welche diesem mächtigen Gott so nahe kommt als dies Buch, diese Schrift, und diese Rede, welche auch so gewaltig und an sich selbst ganz göttlich hereinpranget, daß ein jeder, der nicht mit Vorsatz wider die offenbarte Wahrheit streiten will, bekennen muß: Hie redet Gottes Mund und kein menschlicher Witz, wie dann auch dasselbe die Probe und das Kennzeichen von dieses großen Gottes Erkenntniß, Gesetz und Recht sein muß. Zur Erkenntniß göttlicher Sachen (sagt Hilarius liber 1. de Trinit.) muß man göttliche Lehren und Unterricht gebrauchen, dieweil das Unvermögen der Menschen schlecht durch sich selbst keine Wissenschaft der göttlichen Sachen haben kann, noch mit ihren leiblichen Sinnen den Verstand der unsichtbaren Dinge begreifen, denn es kann weder dasjenige, was von Gott zum Gebrauch unsers Lebens gegeben ist, noch mit seinem eigenen Verstande und Urtheil den Schöpfer erreichen. Mit welchen Worten Hilarius anzeiget, daß dieses großen Gottes Recht, Gesetz und Wort nicht ein menschliches, sondern ein göttliches und himmlisches sein müsse, derwegen es auch nicht in menschlichen, sondern allein in göttlichen Dingen zu finden; oder wie es Ambrosius gibt, Epist. lib. 5. Epist. 31. daß himmlische Geheimnisse Gott der HErr selbst lehren, und sie nicht der Mensch in sich forschen müsse, angesehen daß er, der Mensch, sich selbst nicht recht kenne, und daher viel weniger den hohen Gott und seinen Willen von sich selbst nicht recht kennen könne. Wann demnach die heil. Schrift mit göttlichem Gepränge gewaltig herein gehet, bezeuget sie Gott der HErr damit für sein Wort, für sein Erkenntniß, Gesetz, Recht und Willen. Zu dem suche das Buch der heiligen Bibel durch, und lese es mit Betrachtung deines Herzens, so wirst du je länger je besser seine Göttlichkeit (daß ich also rede) auch dergestalt befinden, daß dies Buch, die heilige Schrift, in allen göttlichen Sachen, was Gottes und göttlich ist, alles Menschliche, alles Weltliche, alles Fleischliche verwirft, und im geringsten zu solchen Geheimnissen