# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1860_S227 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Unterricht wider den Zweifel am göttlichen Wort und dessen Wahrheit. 227 ihm die Kraft und Erleuchtung des heiligen Geistes reichlich verleihen, und ihm zu seines Wortes heiligen Erkenntniß in festem Glauben wiederum verhelfen wolle. Darnach soll und muß er um die Ursachen, die ihn an Gottes Wort und dessen Wahrheit zu zweifeln bewegen, zum fleißigsten gefragt werden. Findet er nun derselben keine, sondern geht allein auf seine eigene Gedanken und beruft sich auf sein Gutdünken oder eingebildete Meinung (wie in diesen Fällen gemeiniglich solcher Personen Gebrauch zu sein pflegt) so zeiget die Sache ihre ungegründete Nichtigkeit an ihr selber, nachdem mal ihm und keinem Menschen gebühren will, aus eigenem Wahn in solchen hochwichtigen Sachen etwas zu schließen, und aus eignem falschen Einbilden dem allerhöchsten Gott selber zu widersprechen. Wird er aber Ursachen anzeigen, so müssen dieselben examinirt und mit Fleiß erwogen werden, ob sie der Wichtigkeit seien, daß um ihrentwillen die heilige Schrift in Zweifel gezogen, und von dem seligen Bekenntniß der ganzen heiligen christlichen Kirche abgetreten werde. Solche Ursachen aber kann er nimmermehr in alle Ewigkeit herfür bringen, sondern da er ja etwas entwenden wollte, würde es doch lauter Phantasie und nichtiges Ding sein, welches ihm durch Gottes Gnade ein anwesender Prediger, oder anderer belesener Christ, leicht würde überzeugen können. Sollte er aber dies ungeachtet über seiner eigenen gefaßten Meinung noch wollen halten, und aus heiliger Schrift (von welcher sich doch dieselben, so da mit ihm handeln und umgehen, nicht sollen abführen lassen, sondern in allen Wegen auf dasselbe dringen) nichts zulassen, so giebt der alte Lehrer Tertullianus nach, lib. de Resurrect. fol. 48. daß man auch in solchen Fällen, neben und gemäß dem heiligen, göttlichen Wort, verständliche oder vernünftige Gründe gebrauchen möge, und schreibet er daselbst also: Wir mögen auch wohl mit unsern Sinnen in göttlichen Sachen handeln, aber zum Zeugniß des Wahrhaftigen (daß es mit Gottes Wort übereinkomme, und desselben Wahrheit ein Zeuge sei) und nicht zum Fürschub des Falschen; es muß sein nach der göttlichen Ordnung, nicht wider die göttliche Ordnung. Derwegen sei man, demselben zufolge, in der Furcht Gottes, neben der heiligen Schrift auf solche Gründe bedacht, welche seine natürlichen Sinne und der Augenschein fassen mögen, dieselben halte man ihm vor und vergleiche sie allemal mit der heiligen Schrift, etwa folgender oder dergleichen Gestalt. Erstlich überzeugen einen jeden Menschen, neben seinem eignen Gewissen und der heiligen Schrift, die gemeinen Dinge der Natur und aller erschaffenen Sachen, daß ein Gott ist, von welchem alles, Himmel, Erden, Mensch und andere Creaturen ihren Ursprung haben, dem sie auch unterworfen sind, und er sein Regiment über sie führet, inmaßen die blinden Heiden in ihrer Finsterniß solches haben erkennen können, als ihre Schriften bezeugen, und Paulus damit übereinkommt, wenn er Röm. 1, 10. 20. also schreibt: Daß man weiß daß Gott sei, ist ihnen offenbaret, damit daß Gottes unsichtbares Wesen, das ist, seine ewige Kraft und Gottheit wird ersehen, so man das wahrnimmt an den Werken, nämlich an der Schöpfung der Welt ꝛc. Weil dann solches, daß ein Gott ist, auch ohne dem Zeugniß der heiligen