# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1860_S225 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lehre und Wehre. Jahrgang VI. August 1860. No. 8. Unterricht wider den Zweifel am göttlichen Wort und dessen Wahrheit. (Aus Dedekennus Thes. Cons. et Decis. Hamburg 1623.) Der Zweifel am göttlichen Wort und dessen Wahrheit scheint zwar an denjenigen, so damit angefochten werden, ein harter und schwerer Kampf, der sie und andere ihretwegen hoch betrübt, aber wofern die Sache im Grunde recht beleuchtet wird, ist sie keine Ursache zu schwerer Traurigkeit, sondern vielmehr zu christlicher Freude, und mögen sich dieselben, so in diese Gedanken gerathen, billig für glückselige Leute schätzen. Denn es ist diese Anfechtung bei allen Menschen leider gemein, hält sich aber so verborgen (im Herzen), daß sie von wenigen gemerket wird, und also der größeste Haufen den Fehl trägt und ihn doch nicht fühlet, derwegen auch keinen Rath und Trost dagegen zu suchen vermag, welches höchlich zu beklagen ist. Wer lebet unter allen Christen in der ganzen Welt, der stets dem heiligen Wort Gottes durchaus in allem, ganz steif und fest, ohn einiges Wanken und Widersprechen seines Fleisches, vollkömmlich vertraue? Ein jeder befrage sich selbst für seine Person, und wer sich befragen wird, von dem ist nicht zu zweifeln, er werde über seine Schwachheit, Kleinmuth und Unvollkommenheit klagen, und doch nicht meinen, daß er damit an Gottes Wort und dessen Wahrheit zweifeln sollte, sondern wird es vielmehr verneinen und entschuldigen wollen. Aber es gehe ein solcher weiter, und bedenke recht, daß an Gottes Wort und seiner Wahrheit nicht zweifeln erfordere, daß der Mensch dem Wort Gottes, so als jetzt berühret, in allen Wegen ohne einiges Wanken vollkömmlich vertraue, ihm selbst ernstlich widerstrebe, und allen Kleinmuth, Zagen, oder dergleichen, ganz, und gar ritterlich überwinde: hat er das nicht gethan (wie sich dann dessen kein Mensch in der Welt wird vollkommen rühmen können), so träget er diesen Mangel, daß er Gottes Wort in seiner göttlichen Wahrheit nicht als eine göttliche Wahrheit ansiehet und vertrauet, sintemal sonst, wie gesagt, aller Kleinmuth und Mißtrauen nimmer an ihm sein würde. Dies beklaget der heilige Gottesmann Lutherus ganz sehr (Band 9. S. 520), da er den herrlichen Spruch, Joh. 14, 24., aus Christi Munde setzet: Das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat, und auf denselben also schreibet: Wer gläubet das? Es ist wahr,