# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1860_S202 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 202 Der Kampf innerhalb der preußischen lutherischen Kirche. als Reich der Gnade und Wahrheit ein so innerliches, geistliches und himmlisches, daß es hier, wie es allein durch den Heiligen Geist und nicht durch menschliche Autoritäten, Institutionen u. dgl. zu Stande gekommen ist, auch nur fort und fort durch den Heiligen Geist in Wort und Sakrament zu erhalten ist. Es hat sich nur durch diese zu erbauen und wird auch nur durch sie als das wahre offenbar unter den verschiedenen antichristlichen Gemeinschaften. Unsere Liebeswerke dürfen nicht fehlen; aber die sind immer zu unvollkommen und zu befleckt, als daß wir auf die hinweisen und um ihretwillen je sagen dürften: wir sind die wahre Kirche. Daß wir das Gnadenwort haben macht es allein, nicht unsere Werke. Haben wir das Gnadenwort, so sind wir alle Tage so selig, wie es Sünder vor der Ewigkeit nur werden können, und hoffen und ersehnen nichts weiter in dieser Welt, als selig zu sterben. —“ „Die Kirche ist Ein Leib und damit Ein Organismus. Das ist sie aber so sehr, daß ihr das kein Mensch erst macht; das ist sie in so hohem Maße und in so erhabener Art, daß alles, was die Menschen dazu thun, und vornehmen es zu machen, bloße Verunstaltung des göttlichen, himmlischen Organismus wird. Oder wie könnten Menschen die Kirche erst zu einem Organismus machen? Menschen leben in einer Zeit, an einem Orte und werden geistlich durch den Dienst der Kirche geboren. Sie ist vor ihnen, was sie ist, Ein Leib und Ein Geist (Ephes. 4). Und nun halte Du dich nur zu diesem Einen Leibe und Geiste, der durch alle Zeiten und Lande reicht vom Pfingsttage an bis an den jüngsten Tag. — Was ist aber der Organismus der Kirche? Er ist nicht ein menschlich gemachter, zeitlicher, obwohl zu ihm gar viele Menschen gehören. Er ist auch nicht ein Organismus ähnlich dem eines Staates, (wie Prof. Mejer in seinen Institutionen des Kirchenrechts behauptet — „„staatsartig““) denn der ist einer Maschine sehr ähnlich und zwar desto ähnlicher, je mehr er sich vom patriarchalischen Staate entfernt. Der Staat muß wohl etwas maschinenartiges haben, denn er steht auf dem Naturgebiet als eine von Gott gegebene Ordnung für den natürlichen Menschen. Aber die Kirche ist eine höhere Gemeinschaft, sie ist wahrer und wirklicher Organismus. Und was für einer? Das muß man, sagen wir, aus seinem Haupte erkennen und nicht nach menschlichen Phantasten bestimmen. Welcherlei das Haupt ist, der Art wird auch der übrige Leib sein. Und das Haupt ist der Gottmensch, Jesus Christus, der HErr, der der Geist ist. Dieser HErr macht Seine Kirche zum Organismus. Das hat Er immer gethan, ehe ein Mensch von Organismus reden lernte und das thut Er noch immer bis zum jüngsten Tage. Er hat der Kirche gleich bei ihrem Entstehen ihre Hauptrippen und Hauptpfeiler, die heiligen Apostel, gegeben und die bleiben in der Kirche immer und alle Tage noch dasselbe. Ebenso bleiben die apostolischen Väter und Märtyrer und Kirchenväter und Reformatoren — und außerdem die viel hundert Liedersänger (Männer und Weiber) und tausend mal tausend andere Heilige, alle immer dasselbe für die Kirche. Die sind der Organismus der Kirche mit ihren tausendfältigen Gaben: und es ist nicht ein unsichtbarer