# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1860_S201 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Der Kampf innerhalb der preußischen lutherischen Kirche. 201 Synode wird zu Stande gebracht werden können, wenn nicht eine gründliche Vorbereitung durch Schriften vorangegangen ist. Es wirkt ja der Geist, der sich in den Synodalbeschlüssen als der in ihnen mächtigere ausspricht (denn verschiedene Geister sind darin nicht zu verkennen) immer mehr ins Leben der Gemeinden zurück, so daß längeres Warten nicht rathsam scheint. Es ist mir Gewissenssache, offen zu erklären, daß ich nicht mit ein Bürge der Synodalbeschlüsse bin noch jemals sein will, obgleich ich meine, ihre einzelnen Bestimmungen bisher so gut wie einer gehalten zu haben, so weit sie nämlich äußere Ordnungen betreffen.“ Ehlers beginnt den neuen Jahrgang mit folgenden Worten: „Zum neuen Jahre wünsche ich allen lieben Lesern ein unverzagtes Herz und getrosten Muth! — Wohl möchte uns oft der Muth entfallen, wenn das Kirchenschiff von den Wellen der Welt hin und her geworfen wird, und es will uns bange werden, wenn wir uns nicht allein von außen fort und fort angegriffen sehen, sondern auch unter uns selbst von verschiedenen Meinungen und Ansichten hören und die Befürchtung ausgesprochen wird, unsere Kirche werde sich wohl allmählig gar auflösen, nämlich die lutherische Kirche in Preußen, als die man gar zu gern zerbrochen und vernichtet sähe. Aber getrost! Denn also spricht der HErr HErr: Es soll nicht bestehen, noch also gehen! Gott ist bei ihr drinnen, darum wird sie wohl bleiben. Gott hilft ihr frühe. Das Schiff, darauf wir fahren, das der HErr erbauet hat, ist im vorigen Jahre nicht zerbrochen und wird auch in diesem Jahre zur Ehre Gottes, zur Freude seiner Kinder und zum Verdruß und Aergerniß aller derer, die ihm gram sind, unzerbrochen bleiben. Und sollte Gott zulassen, daß Etliche über Bord fielen, so wird doch das Schiff bleiben und auf den großen Wassern einherfahren, wie zur Zeit der Sündfluth die Arche Noah.“ — Unsere Leser werden sich erinnern, daß bei der letzten Generalsynode der preußischen Lutheraner im Jahre 1856 die vorhandene Uneinigkeit in der Lehre zugedeckt wurde durch die Frage, welche der Präses gleich bei Eröffnung derselben stellte: Ob die Generalsynode sich mit Herz und Mund zu sämmtlichen Symbolen der luth. Kirche und zu allen in denselben enthaltenen Lehren bekenne? was einstimmig durch Aufstehen und ein volltönendes Amen bejaht wurde. Worauf, wie berichtet wurde, ein stärkendes und belebendes Gefühl der Einheit des Glaubens alle Synodalen durchdrang, denen doch die wirklich vorhandene Uneinigkeit bewußt war. Es zeigt sich auch hier wieder, wie wenig menschliche Klugheit auszurichten vermag, wenn sie es für rathsam (expedient) hält, Gottes Forderung der Herstellung des Festaneinanderhaltens in einem Sinn und in einerlei Meinung zu umgehen, und den äußerlichen Zusammenhang über die innerliche Einigkeit zu setzen. Zunächst wird erforderlich sein, daß wir den Standpunkt der Partheien in diesem Kampfe zeichnen; was wir so weit unsere Quellen dazu ausreichen, im Folgenden versuchen wollen: Wir beginnen mit Räthjen's Lehre von der Kirche. „Christi Kirche ist