# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1860_S200 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 200 Der Kampf innerhalb der preußischen lutherischen Kirche. möchte es uns vielleicht verdenken, daß wir über diese Sache offen reden; doch gehören wir nicht uns selbst, haben auch hier keine Geheimnisse zu bewahren, wo von den Dächern offen so und so gelehrt wird. Ehlers hat auch längst davon geschrieben und die andere Richtung ist unter Pistorius Namen allgemein bekannt. Wir sagen also nicht heimliche Dinge. Sie beanspruchen beide ganz offen, jede das rechte Lutherthum zu repräsentiren. Ehlers hat uns schon, wie es scheint, des Separatismus im voraus beschuldigt, wenn wir gegen den Chiliasmus uns nicht eben so lax wie er selber verhalten würden. Die andere Richtung kann nun zwar viel tragen, wenn man's still macht, aber desto weniger, wenn ihr „„Organismus““ angetastet wird. Da kommen wir bildlich zu reden zwischen zwei Steine, von denen der eine hart scheint und weich ist, der andere aber weich scheint und hart ist. Unsere Meinung ist freilich nicht, die Hände in den Schoß zu legen, oder gar Decrete theils zu erlassen und theils zu verschlucken. Dazu hat Christus unser keinen berufen, darum sind wir auch dazu nicht gekommen; aber wir meinen, daß wir alle drei mit einander brüderlich handeln können und sollen, wenn wir nur aufrichtig sein wollen. Wichtig genug sind die Sachen wahrlich, und wir sind es schuldig, klar vor Jedermann und besonders vor unsern Brüdern dazustehen. Was nützt uns alles Arbeiten und Abmühen, wenn uns die Wahrheit und die Einigkeit in der Wahrheit inzwischen schwindet? Da sollte man noch heimlich thun und verblümt reden und Mum Mum sagen?!“ „Es war ja wohl übel, daß es unter uns immer Chiliasten gab; im Grunde hatten sie auch die Herrschaft, nur nicht unter diesem Titel, jetzt tritt das Verborgene aber an's Licht. Nun können und dürfen wir nicht schweigen. Zum Vertuschen ists auch zu spät, da das Feuer schon zum Dache hinausschlägt, und das, was unter verhülltem Namen in unserer Synodalverbindung bisher schon herrschte, nun auch unter dem Namen des längst verdammten wiedertäuferischen Chiliasmus bei uns offene Anerkennung und damit die unbestrittene Herrschaft haben will. Und wie merkwürdig — die eigentlichen Chiliasten rühren sich dabei gar nicht, Ehlers (der bei jeder Gelegenheit eifrig versichert, keiner zu sein, aber doch neuerdings sein Verlangen nicht verhehlt, es möchte einem gelingen, diese Lehre als „„in der Schrift begründet““ nachzuweisen, Kirchenblatt d. J. S. 31 unten) — der sucht ihnen den Eintritt ohne Maske zu erstreiten.“ Ferner schreibt Pastor J. Diedrich: „Nicht erst vor kurzem ist mir der Widerspruch, in dem die, unsern Synodalbeschlüssen zu Grunde liegenden Principien gegen die lutherische Lehre stehen, auffällig geworden, sondern schon vor meinem Austritte aus der Union habe ich öffentlich in Guericke's und Rudelbach's Zeitschrift darauf hingewiesen, und meine Stellung, da ich mich, lutherisch geworden, unserem Synodalverbande anschloß, nimmermehr verhehlt. Man bestritt mir damals meine Ausstellungen nicht, und tröstete mich mit den alle vier Jahre wiederkehrenden Synoden, wo man ja immer bessern wolle. Da habe ich mir nun alle Mühe gegeben, kann leider aber immer weniger hoffen, daß dort etwas genügendes in den drei Wochen der