# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1904_S170 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) 170 Theologiſche Dicta Classica. Nicodemus zum Glauben und antwortet ihm nicht auf die Frage: „Wie mag das zugehen?ꝰ?“ (I. c.) 62. „Man muß einen jeglichen Artikel des Glaubens gründen nicht auf die Vernunft oder Gleichniß, ſondern faſſe und gründe ſie auf die Sprüche in der Schrift, denn Gott weiß wohl, wie es iſt, und wie er von ihm ſelbſtreden ſoll.“ (XI, 727, § 1. Vide XI, 750, § 62.) 63. „Verleugne die Vernunft und thue die Augen zu, und hänge dich bloß an mein Wort und glaube das.“ (XI, 731, § 22.) Nota. „Wer ein Chriſt ſein will, der grabe und ſteche ſeiner Vernunft die Augen aus und höre allein, was Gott ſagt, gebe ſich Gott gefangen und ſpreche: Ob ich gleich nicht verſtehen oder begreifen kann, was Gott redet und in ſeinem Worte mir vorhält, doch, weil es Gott geſagt hat, und mit großen, gewaltigen Wunderzeichen bekräftigt, glaube ich es ꝛc.“ (V, 643, §311. Ausl. d. 45. Pſalms. Anno 1537.) „Was aber für ein Unterſchied der Perſonen, ſo ich es nicht verſtehe, laß ich mir an der heiligen Schrift begnügen, welche ſolches ſaget, und den Vater, Sohn und Heiligen Geiſt nennt, Matth. 28, 19. Wenn wir dieſe Sachen mit der Vernunft und Sinnen könnten begreifen, was wäre mir der Glaube vonnöthen? Was dürften wir der Schrift, welche uns Gott durch den Heiligen Geiſt hat geoffenbaret? . .. Denn die Vernunft verſteht nichts von göttlichen Sachen. . . . In der heiligen Schrift aber ſoll man allein hören, gläuben und das Herz gewiß ſchließen, daß Gott wahrhaftig ſei, wie ſehr auch die Lehre vom Glauben, davon Gott in ſeinem Worte redet, der menſchlichen Vernunft mürriſch und ungereimt zu ſein dünkt.“ (V, 650, § 325.) Der rechte Ausleger der Schrift. (Dicta 64-68.) 64. „Die heilige Schrift hat mit ſich einen unabſcheid⸗ lichen Gefährten, den Heiligen Geiſt, der in mancherlei Weiſe die Herzen durch das Wort beweget und aufrichtet.“ (V, 1130. Anno 1534.) 65. „Eben wie der Heilige Geiſt ins Herz ſchreibt, ſo reimt es ſich mit der heiligen Schrift.“ (X, 1197.) 66. „Der Heilige Geiſt weicht nicht vom Wort, ſondern iſt durchs Wort kräftig.“ (VI, 853.) 67. „St. Peter hat verboten: Du ſollſt nicht ſelbſt aus⸗ legen, der Heilige Geiſt ſoll es ſelbſt auslegen, oder ſoll unausgelegt bleiben.“ (XI, 9, § 13. Suppl.) 68. „Wenn man das Wort lieſet, ſo iſt der Heilige Geiſt da, und ſolchergeſtalt iſt es unmöglich, daß man die Schrif ohne Nutzen höre oder leſe.“ (IX, 1068.)