# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1904_S164 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) 164 Theologiſche Dicta Classica. Rückſtrahlung aus der iſraelitiſchen Königszeit erſcheinen“,! mit andern Worten: auch die Königsweiſſagung iſt nicht moſaiſchen, ſon⸗ dern viel ſpäteren Urſprungs und in dieſe Patriarchenerzählungen nur ein⸗ geſchwärzt. Aber wie verhält es ſich endlich mit Luthers Ausſpruch? Hat er nicht doch durch ſeine Frageſtellung die moſaiſche Abfaſſung des Pentateuchs preisgegeben? Wir haben ſeine Stellung zum Pentateuche ſchon früher be⸗ ſprochen 2) und bemerken nur, daß ſeine kurzen, auf die Sache nicht näher eingehenden Worte nichts weiter beſagen, als daß er die Möglichkeit offen läßt, daß dieſe edomitiſchen Könige nach Moſes gelebt haben und ihre Liſte alſo nicht von Moſes, ſondern von einem Späteren geſchrieben und auf irgend eine Weiſe an dieſer Stelle der Geneſis einverleibt ſei. Daß ein ſolches vereinzeltes Vorkommniß möglich geweſen wäre gerade bei einer Genealogie, kann zugegeben werden, obwohl es uns nach den vorausgegangenen Dar⸗ legungen durchaus unwahrſcheinlich iſt; daß aber mit der Annahme einer ſolchen Möglichkeit durchaus nicht Moſes als Verfaſſer des Pentateuchs auf⸗ gegeben wird, wollen wir ſpäter an einem andern Beiſpiel zeigen, gerade wie dies auch Luther nie in den Sinn gekommen iſt. L. F. (Fortſetzung folgt.) Theologiſche Dicta Classica. (In Luthers Werken gefunden.) De Scriptura Sacra. (Schluß.) Schrift und Väter, Concilien, Pabſt ꝛc. (Dicta 34 — 40.) 4. „Sell ich betrogen ſein, ſo will ich lieber betrogen 17103 von Gott (ſo es möglich wäre) denn von Menſchen; denn betreugt mich Gott, ſo wird er's wohl verantworten und mir Wiedererſtattung thun. Aber Menſchen können mir nicht Wiedererſtattung thun, wenn ſie mich betrogen haben und in die Hölle verführt.“ (XX, 1300. Anno 1528.) Nota. Einer von den heroiſchen Ausſprüchen Luthers. So feſt hielt Luther an ſeiner lieben heiligen Schrift. Die Schrift lehrt ſo, und ſo glaube ich's. 35. „Menſchen können fehlen, aber Gottes Wort iſt die Weisheit Gottes ſelbſt und die allergewiſſeſte Wahrheit.“ (I„, 221.) 1) Einleitung, S. 160. 2) „L. u. W.“ 49, S. 291.