# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1904_S148 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) 148 Schriftbeweis für die lutheriſche Lehre vom heiligen Abendmahl. Leib und das Blut des HErrn mündlich, mit dem Munde unſers Leibes, aber auf eine übernatürliche, himmliſche Weiſe eſſen und trinken. Ueber das „Wie“, wie das geſchehe, wie Chriſti Leib und Blut im Abendmahl gegen— wärtig ſei und zugleich mit den geſegneten Elementen mündlich gegeſſen und getrunken werde, ſagt unſere Kirche nichts aus, weil eben auch die Schrift darüber ſchweigt. Mit dieſen Sätzen verwirft unſere lutheriſche Kirche einmal die Trans⸗ ſubſtantiation der römiſchen Kirche. Davon ſagt die Concordienformel: „Dagegen verwerfen und verdammen wir einhellig . . .: 1. Die päbſtiſche Transſubſtantiation, da im Pabſtthum gelehrt wird, daß Brod und Wein im heiligen Abendmahl ihre Subſtanz und natürlich Weſen verlieren und alſo zunichte werden, daß es in den Leib Chriſti verwandelt werde, und allein die äußerliche Geſtalt bleibe.“ (Müller, S. 541.) Unſere Kirche weiſt ferner zurück alle Con ſubſtantiation und Impanation, das heißt, die Vermiſchung der beiden Subſtanzen, des Brodes und des Leibes, des Weines und des Blutes Chriſti, die locale Einſchließung des Leibes und Blutes Chriſti im Brod und Wein. Sie hat ſtets mit Abſcheu ſich abge— wandt von jenem capernaitiſchen Eſſen des Leibes Chriſti, „als wenn man ſein Fleiſch mit Zähnen zerreiße und wie andere Speiſe verdauet“. (Müller, S. 543.) Unſere Kirche weiſt mit dieſen Sätzen auf der andern Seite aber auch ab alle reformirte Irrlehre, „daß der Leib Chriſti im heiligen Abendmahl nicht mündlich mit dem Brod, ſondern allein Brod und Wein mit dem Munde, der Leib Chriſti aber allein geiſtlich durch den Glauben empfangen werde“; „daß Brod und Wein allein Bedeutungen, Gleichniſſen und An⸗ bildungen des weit abweſenden Leibes und Blutes Chriſti ſeien“; „daß die ungläubige und unbußfertige Chriſten im heiligen Abendmahl nicht den wahr⸗ haftigen Leib und Blut Chriſti, ſondern allein Brod und Wein empfangen“; „daß im Abendmahl allein die Kraft, Wirkung und Verdienſt des abweſen⸗ den Leibs und Bluts Chriſti ausgetheilt werde“. Mit Recht ſagt Gerhard: „Non aποοαισ absentiam, non ναααιαν inexistentiam, non οαοοαιαν consubstantiationem, non erτοοαιαα transsubstantiationem, sed æahoο- ιùν cοτporis et sanguinis Christi in sacra coena statuimus.“ (Loci Theol., ed. Preuss. Vol. V, p. 66.) Und Luther ſchreibt: „Darauf ſtehen, glauben und lehren wir auch, daß man im Abendmahl wahrhaftig und leiblich Chriſti Leib ißt und zu ſich nimmt. Wie aber das zugehe, oder wie er im Brode ſei, wiſſen wir nicht, ſollen's auch nicht wiſſen. Gottes Wort ſollen wir glauben und ihm nicht Weiſe noch Maß ſetzen. Brod ſehen wir mit den Augen, aber wir hören mit den Ohren, daß der Leib da ſei.“ (Bd. XX, S. 777.) Unſere Kirche lehrt alſo, daß mit und unter den irdiſchen Elementen, mit und unter Brod und Wein, Chriſti Leib und Blut wahrhaftig und weſentlich gegenwärtig ſei und von allen, die zum Saerament gehen, gegeſſen