# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1904_S145 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) Lehre und Wehre. Jahrgang 50. Rpril 1904. No. 4. Der Schriftbeweis für die lutheriſche Lehre vom heiligen Abendmahl. Unſere lutheriſche Kirche rühmt ſich und rühmt ſich durch Gottes Gnade mit Recht, die Kirche des reinen Worts zu ſein, das heißt, wir ſagen, daß alles, was in unſerer Kirche geglaubt, gelehrt und bekannt wird, aus dem Worte Gottes genommen iſt. Wir halten ganz entſchieden daran feſt, daß die heilige Schrift, das unfehlbare Wort Gottes, nicht nur Regel und Richt— ſchnur, ſondern auch die alleinige Quelle aller chriſtlichen Lehre iſt. Wir halten entſchieden feſt an dem Satz unſers Bekenntniſſes: „Gottes Wort ſoll Artikel des Glaubens ſtellen und ſonſt niemand, auch kein Engel.“ (Müller, S. 303.) Die Lehren, welche unſere Kirche bekennt, ſind nicht alſo zu Stande gekommen, daß wir einzelne Sätze aus der Schrift genommen und darüber philoſophirt und ſpeculirt, aus denſelben mit unſerer Vernunft allerlei Schlüſſe gezogen, ſie mit einander in Harmonie und alſo in ein Syſtem gebracht, andere Wahrheiten daraus entwickelt und alſo die Lehre ſelbſt aufgebaut und conſtruirt haben, ſo daß unſere Lehre eigentlich ein Ge⸗ miſch von Gottes Wort und Menſchenweisheit wäre. Das iſt genau der Fall in den falſchen Kirchen bei den Lehren, in denen ſie ſich von uns unter⸗ ſcheiden. Das iſt vielmehr unſere Lehre und unſer Bekenntniß, daß wir die einzelnen, klaren und deutlichen Ausſagen der Schrift über Gott und göttliche Dinge, über unſer Verhältniß zu Gott, wie wir Sünder wieder mit Gott verſöhnt und vereinigt werden können, über das Leben nach dem Tode ꝛc. neben einander ſtellen und dieſe klaren Ausſagen der Schrift als unſere Lehre bekennen und uns im Glauben unter dieſe klare Schrift beugen, auch dann, wenn wir ihre Ausſagen mit unſerer Vernunft nicht zuſammenreimen können, wenn ſie für unſere Vernunft, für unſer vernünftiges Denken widerſprechend zu ſein ſcheinen. Wir wiſſen, daß unſere Vernunft in geiſtlichen Dingen blind, daß ſie darum völlig unfähig und untüchtig iſt, hier etwas zu ſagen und zu ſetzen. Gottes Wort allein kann und ſoll Artikel des Glaubens 10