# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1860_S191 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. 191 ben, gibt ein lebendiges Zeugniß, daß es in anderer Hinsicht in Nordamerika viel besser stehen muß, als bei uns. Möchten doch wenigstens die Geistlichen und Elementarlehrer, denen der Unterricht in der Naturkunde in Schulen übergeben oder zur Aufsicht anvertraut ist, Notiz von dem Geiste dieses Werkes nehmen, das seinen Schöpfer noch preist. Von den deutschen Zunftgelehrten darf man dies nicht erwarten. Sie werden sich der Specialitäten darinnen bemächtigen; den physiko-theologischen Theil werden sie im günstigsten Falle vornehm ignoriren. Zwei Jahre ist der erste Band erschienen; noch nirgends haben wir eine Analyse gefunden und wir zogen vor, dieselbe nun selbst in einem kirchlichen Blatte zu geben, da sie in dieser Form anderwärts nicht beachtet, als hors d'oeuvre betrachtet oder gar nicht aufgenommen worden wäre. ——◆◆—— Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. I. Amerika. Ausscheidung der Skandinavier aus der Nördl. Illinois-Synode. — Die zu Chicago vom 24.—27. April versammelte Skandinavische Conferenz hat sich namentlich mit der Berathung über den Austritt des Prof. Esbjorn und der meisten skandinavischen Studenten aus der University zu Springfield, Ill., beschäftigt, und hat die Gründe desselben nicht nur völlig als gerechtfertigt anerkannt, sondern die ganzen skandinavischen Glieder der nördl. Illinois-Synode, nämlich etwa 24 schwedische und norwegische Prediger mit gegen 60 Gemeinden, haben sich einmüthig von dieser Synode getrennt. Als Grund ihrer Handlungsweise geben die skandinavischen Brüder ihre Treue gegen das lutherische Bekenntniß an. Sie sagen in ihrem einmüthigen Beschluß selbst, daß sie deswegen aus der nördl. Illinois-Synode ausschieden, weil sie völlig überzeugt seien, daß eine entschiedene Lehrdifferenz in derselben sei; weil in der That Uneinigkeit statt Einigkeit darin sei; weil Streit und Zwiespalt das Vertrauen zu zerstören und das Werk der Kirche zu hindern und aufzuhalten drohen; weil sie jederzeit befürchten müßten, daß ihnen durch eine zufällige Majorität gegen ihre Lehrüberzeugung eine Aenderung des Bekenntnißstandes aufgezwungen würde; weil es ihre höchste Pflicht sei, ihr Bekenntniß unverkürzt zu erhalten und zu bewahren, sowohl in ihren Gemeinden als auch in der theologischen Ausbildung ihrer Studenten, welche die künftigen Prediger und Seelsorger ihrer Gemeinden werden sollen; weil ihre Erfahrung ihnen deutlich zeige, daß sie in ihren bisherigen Verhältnissen dies nicht mit Sicherheit erreichen könnten. Diese Erklärung wirft zugleich ein Licht auf die traurigen Verhältnisse in der Generalsynode, wo man die kirchliche Einheit statt auf den Felsen des Worts, worauf sie Christus gestellt hat, auf den Sumpf der Indifferenz gegen die Wahrheit und den Flugsand menschlicher Politik zu gründen sucht. Die Skandinavier werden am 5. Juni in Rock County, Wis., eine Convention halten, um über die Organisation einer eigenen Synode zu berathen. Gott erhalte und stärke die theuren Brüder im Bekenntniß Seiner heilsamen Wahrheit! — S. Die lutherischen Waisenanstalten zu Pittsburg und Zelienople. — Diese trefflichen Anstalten sind von Rev. W. A. Passavant gegründet und stehen noch unter der Leitung dieses wackeren Mannes. Er begann seine Thätigkeit im Jahre 1848 damit, daß er ein Krankenhaus eröffnete, in welchem in den seitdem verflossenen eilf Jahren 2400 Kranke Hülfe oder Linderung gefunden haben. Da die Kranken öfter Eltern mit Kindern waren, so brachten sie diese in's Krankenhaus mit, und endete ihre Krankheit mit dem Tode, so ließen sie ihre Kleinen in den Händen ihres Wohlthäters zurück. So entstand die Waisenanstalt, deren beide Theile jetzt zu Pittsburg und zu Zelienople sich befinden.