# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1860_S190 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 190 Zur Begründung einer neuen Physiko⸗Theologie. ihre natürlichen Verwandtschaften, den inneren Bau, deren Embryologie und die fossilen Ueberreste. Zugleich will der Verf. zeigen, was andere Länder, insbesondere Skandinavien, Deutschland und Frankreich in der wissenschaftlichen Zoologie, namentlich der Entwickelungsgeschichte der Thiere geleistet haben; er entschuldigt sich zugleich bei seinen Europäischen Lesern über manche Abschweifungen und Ausführungen im Texte, da derselbe in Amerika und großentheils für Amerika geschrieben sei, daher habe er auch nicht für Gelehrte als eine besondere Klasse von Menschen schreiben dürfen (obwohl das Werk in vielen Abschnitten ganz streng wissenschaftlich gehalten ist). „Im Gegentheile — sagt er — so allgemein ist das Verlangen hier nach Kenntnissen, daß ich erwarten darf, mein Buch gelesen zu sehen von Fischern, von Farmern, von einfachen Arbeitern in gleicher Ausdehnung, wie von Studirenden unserer Collegien, daher ich mich allen verständlich zu machen suchen mußte.“ Er habe, gibt der Verf. an, zugleich den Mangel vieler anderen naturgeschichtlichen Werke ersetzen müssen, wie sie die alte Welt zum Unterricht seit vielen Jahren besitzt. In Betreff der Unsicherheit des menschlichen Lebens habe er nur in den drei ersten Theilen eine Probe geben wollen, wie das ganze Werk behandelt sei. Die letzten Seiten der Vorrede benutzt der Verf. zu einer speciellen und namentlichen Danksagung für alle diejenigen Männer und Institute, welche vorzüglich für die bereits fertigen, uns vorliegenden ersten beiden Bände eine materielle Unterstützung gegeben haben. Statt vieler Beispiele mag nur das eine angeführt werden: Ein Herr Winthorp Sargent in Natchez sammelte Schildkröten auf den weitesten Excursionen in den südlichen und westlichen Theilen der Union und machte dann eine Reise von mehr als tausend englischen Meilen, um die lebenden Exemplare selbst nach Boston zu Agassiz zu bringen. Seit jenen Mittheilungen von Agassiz haben wir noch weitere Berichte über die Aufnahme des Werkes; so spricht eine spätere Mittheilung der Smithsonian Institution schon von 3000 Subscribenten. Da ein Exemplar des auf 10 Quartbände berechneten Werkes 120 Dollars kosten soll, so stehen Agassiz 360,000 Dollars für die Herausgabe zu Gebote. Seitdem muß sich die Subscription noch vermehrt haben. Im Subscribenten⸗Verzeichniß sind allein in Massachusetts 618 Exemplare, in Californien 48, in England 59, für das übrige Europa nur 8, darunter 4 für Deutschland, aufgeführt. Die Liste dehnt sich selbst bis auf die Philippinen aus. Es ist dies aber ein Zeugniß dafür, was in Amerika in der Art möglich ist. Ein junger Amerikaner, der in Deutschland seine Studien fortsetzt, sagte uns kürzlich, daß er sich mit 9 andern Zöglingen seines Colleges zusammengethan habe, um auf ein Exemplar zu subscribiren. Ein ähnliches Werk in Deutschland unternommen würde mittelst der Subscription von allen möglichen Potentaten sicher nicht viel über 100 Abnehmer finden. Wie bedenklich man auch in vieler Hinsicht die kirchlich⸗zerrissenen Zustände Nordamerika's ansehen mag, das, was wir hier niedergeschrieben ha⸗