# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1860_S187 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Zur Begründung einer neuen Physiko⸗Theologie. 187 es den neuesten Phasen Deutscher Philosophie aufbewahrt blieb, den 26. und 27. Vers der Genesis, wonach Gott den Menschen nach seinem Bilde gemacht hat, gradezu auf den Kopf zu stellen — denn der Weisheit der jetzt so sehr verbreiteten Feuerbach'schen Schule ist es bekanntlich gelungen, zu entdecken: daß nicht Gott den Menschen, sondern (ipsissima verba des Meisters) der Mensch Gott zu seinem Bilde gemacht hat — ist es eine bedeutsame Erscheinung, daß der langjährige Lehrer früherer getreuer Schüler und Mitarbeiter seiner Werke, Carl Vogt und Desor (von denen er sich freilich seit Jahren losgesagt), Louis Agassiz, einen großen Theil des ersten Bandes des ausgezeichneten Werkes zu Betrachtungen und Untersuchungen verwendet, welche bei uns längst als antiquirt gelten. Um seine Beweise für die Nothwendigkeit der Annahme eines denkenden persönlichen Schöpfers der organischen Wesen zu führen, beginnt der Verf. im zweiten Abschnitt mit dem Nachweis, daß die verschiedensten Typen der Thiere und Pflanzen unter gleichen Umständen aufgetreten sind. Daraus gehe nothwendig weiter hervor, daß trotz der ganz gleichen physischen Einwirkungen bei der ersten Entstehung der Thiere besondere Umstände auftreten mußten, welche die verschiedenen Formen hervorriefen. Da die physikalischen Kräfte, welche auf der Erde thätig waren, zu allen Zeiten wesentlich dieselben gewesen sind und nach denselben Gesetzen wirkten, wie jetzt, gegenwärtig aber durch dieselben keine organischen Körper erzeugt werden können, so zeigt dies, daß dieselben unzureichend sind, um lebendige Wesen ins Dasein zu rufen. Auch ist es klar, daß für jede Thierart, die einen Bestand durch eine Reihe von Generationen hat, ihre Beziehungen zur umgebenden Welt, sowohl der einzelnen Individuen zu einander, als zur Gattung, Familie und jeder höheren systematischen Ordnung festgestellt sein mußten. Dasselbe beweist die geographische Verbreitung der Thiere und Pflanzen. Der Verf. verbreitet sich bei dieser Gelegenheit über das sonderbare Vorkommen des blinden Fisches (Amblyopsis spelaeus), des blinden Krebses und der blinden Insekten in der Mammuthshöhle in Kentucky. Dieselben Schlußfolgen kann man aus den Thatsachen ziehen, daß identische Thierformen unter den verschiedensten äußeren Umständen auftreten. Physikalische, klimatische Einflüsse sind ganz unzureichend, dies zu erklären. So existirt z. B. kein Unterschied zwischen den Heringen der arktischen, der gemäßigten, der tropischen und der antarktischen Zone, eben so wenig, als zwischen den Füchsen und Wölfen der entlegensten Regionen, eine Thatsache, wofür noch unzählige Beispiele beigebracht werden könnten. Niemals verhalten sich die äußeren physikalischen Ursachen und die Entstehung organischer Wesen zusammen wie Ursache und Wirkung. Diejenigen Effekte, welche Klima und physikalische Einflüsse auf Pflanzen und Thiere hervorbringen, beziehen sich auf so geringe Veränderungen, daß die wesentlichsten und wichtigsten Eigenthümlichkeiten dadurch gar nicht im mindesten berührt werden. Der ganze Plan, die logische Verbindung, die wundervolle Harmonie, die unendliche Verschiedenheit in der Einheit, welche die Gruppen der Wir⸗