# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1860_S180 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 180 Wieder etwas von der Kirche Norwegens. haft „Tremso“ genannt), hinaufschickten. Das Haupt dieser Mission war der Präfekt Dr. Etienne, früher ein Mitarbeiter des „Univers“; welchem er auch später glänzende Missionsberichte als Beiträge lieferte, auch die übrigen waren Ausländer, und nur einer war der dänischen Sprache mächtig. Zuerst kauften sie das ansehnliche Gut „Alten“ im Landdistrikt, entwarfen einen großartigen Plan zu Errichtung einer höhern Schule und hielten prunkende Gottesdienste; aber jene bekam keine Schüler, und diese wurden nur im Anfang von Neugierigen besucht. Jedoch verloren sie dadurch den Muth nicht; neulich haben sie in der Stadt Tromsö einen großen Platz und Gebäude für 5000 Spd. (ungefähr $5500) gekauft, und wollen da wieder eine Schule anfangen, eine Buchdruckerei anlegen und eine Kirche bauen. Alten ist darum auch nicht aufgegeben, aber der Hauptpunkt scheint doch jetzt Tromsö werden zu sollen, und es waren da sogar neun Personen in den Schoß der Alleinseligmachenden schon wieder aufgenommen worden. Aber die Gemeinden bestehen an beiden Plätzen meistens aus bescholtenen Personen, losgelassenen Strafgefangenen, die in der Strafanstalt nicht gebessert worden zu sein scheinen, und als Bekehrungsmittel sollen auch zeitliche Güter, Essen und Kleider in der langen harten Winterzeit gebraucht werden; ja man sagt sogar allgemein, daß ein Mann 15 und eine Frau 10 Spd. „geborgt“ bekommt, wenn sie Katholiken werden. Auch andere Kunstgriffe werden von ihnen angewandt, sie verkaufen z. B. Bücher und Traktate, deren Titel ganz hübsch und unverdächtig klingen, und welche darum von den einfältigen Bauern im guten Glauben als echt christliche gekauft werden, aber der Inhalt ist — echt papistisch. In Bergen, der zweiten Stadt Norwegens, geben sie ein „Katholisches Intelligenzblatt“ heraus, welches schon darüber seine Freude ausgesprochen hat, daß es im Grundtvigianismus eine „Brücke“ entdeckt habe über den tiefen Schlund zwischen Protestantismus und Katholicismus. Daß der Herausgeber hierin nicht ganz unrecht hat, läßt sich nicht leugnen; denn der Grundtvigianismus setzt das Kirchenbekenntniß im apostolischen Symbol als oberste Glaubensnorm und nennt das gesprochene Wort der Kirche das lebende im Gegensatz zum todten geschriebenen; aber den meisten Anhängern dieser Richtung liegt dieses Bewußtsein ganz fern, und sie haben darum auch gegen jene Anklage, oder jenes Lob aufs entschiedenste protestirt. Uebrigens haben die Jesuiten der „ultima Thule“ auch nicht die Hauptstadt vergessen, aber zum Glück sind sie auch da offenbar geworden. Einer ihrer Prediger hatte die Vorsteherin eines Kinderasyls zum Uebertritt gebracht, aber ihr befohlen, die Sache heimlich zu halten; so ließ er denn auch ihren Namen aus dem Verzeichniß weg, das er jedes Jahr der Obrigkeit einliefern muß. Aber die Sache wurde entdeckt, und er zu einer Geldstrafe verurtheilt, was aber im „Univers“ ihm die Märtyrerkrone und Norwegen die schamlosesten Beschimpfungen verschaffte. Ueberhaupt fürchtet man die Katholiken nicht sehr, ob man sich auch nicht die Gefahr verbirgt, die darin liegt, daß die römische Kirche nie einen Platz verläßt, wo sie sich einmal festgesetzt hat, daß sie kein Lockmittel unbenützt läßt, und endlich auch,