# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1860_S179 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Wieder etwas von der Kirche Norwegens. 179 Kirchenregiment begründet ist) jetzt abgetreten ist. Er hoffte erst, seine Lehrerstelle würde ihm gelassen, doch ist ihm jetzt die Wahl vorgelegt worden, entweder einfach sein abgelegtes Bekenntniß zu widerrufen (!), oder sein Amt zu verlieren. Er hat ohne Bedenken das letztere gewählt und wir haben ihm nun vorgeschlagen, zu Ihnen zu gehen. Ueberhaupt bereiten sich in Hessen⸗Darmstadt größere Dinge vor. Kaplan H. ist zum Austritt aus der hessischen Union durch Gottes Gnade nun fest entschlossen, mehrere andere folgen ihm wohl nach, da es nicht an lutherisch Gesinnten in der hessischen Landeskirche fehlt. Des HErrn Gnade und Segen walte denn über der rechten Ihm wohlgefälligen Union, die nun zwischen uns und Ihnen geschlossen ist, und lasse aus ihr viele Frucht kommen, die da bleibet ins ewige Leben! (Eingesandt von Prof. L. Larsen.) Wieder etwas von der Kirche Norwegens. In No. 9 des IV. Jahrgangs dieser Zeitschrift ist aus der „Evangel. Kirchen⸗Zeitung“ ein Aufsatz über die Kirche Norwegens mitgetheilt, worin die Thatsachen und herrschenden Verhältnisse in allem Wesentlichen gewiß richtig dargestellt sind. Um diesen Bericht zu ergänzen, möchte ich hier, durch einige in „Kirkl. Maanedstidende“ für April und Mai dieses Jahres enthaltenen Nachrichten veranlaßt, etliche Bruchstücke mittheilen: 1. über die wichtigsten Angriffe, die von Seiten anderer kirchlichen Gemeinschaften auf die Staatskirche in der letzten Zeit gemacht worden sind, 2. über die Wirksamkeit einer über das ganze Land verbreiteten Missionsgesellschaft für die Bekehrung der Heiden. I. Schon seit langer Zeit hat die römische Kirche in der Hauptstadt Christiania eine Gemeinde von Ausländern gehabt, die jedoch nur durch specielle königliche Erlaubniß bestehen durfte; denn bis zum Jahre 1845 galt noch die alte Bestimmung, daß jeder Nicht⸗Lutheraner oder jeder von der lutherischen Kirche Abgefallene oder Ausgestoßene das Land verlassen mußte. In jenem Jahre wurde ein neues Toleranzgesetz angenommen, wodurch allen christlichen Religionssekten vollkommene Freiheit gestattet wurde, öffentlichen Gottesdienst zu halten. Dies hat natürlich die überall thätige und stets umsichtige katholische Propaganda wohl zu benutzen gewußt, sie wurde zwar heimlich, aber doch — wie man sagt — eifrig von der Gemahlin des Königs Oscar unterstützt, und 1856 am Tage St. Olafs (des angesehnsten von den früheren norwegischen Heiligen und des Schutzheiligen des Landes), den 29. Juli, wurde in Christiania eine große schöne Kirche in reinem gothischen Styl vom apostolischen Provicar der nordischen Länder und Beichtvater der Königin, Studach, feierlich eingeweiht. Ungefähr zu derselben Zeit machten die Katholiken auf einem andern und ganz unerwarteten Punkte eine große Anstrengung, indem sie eine ganze Missionsgesellschaft in den nördlichsten Theil des Landes und der da liegenden Stadt Tromsö (Jahrg. IV. S. 261, fehler⸗