# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1860_S178 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 178 Correspondenz aus Deutschland. Worte auf. Leider hat Löhe auch in der preußischen lutherischen Kirche viele Geistesverwandte; selbst Ehlers in seinem Kirchenblatt, der sonst die rechte Lehre von Kirche immer treu verfocht, hat in unbegreiflicher Weise sich für die Löhe'sche Richtung erklärt und nimmt die Chiliasten (vielleicht die Mehrzahl der preußischen lutherischen Pastoren?) in Schutz. Noch entscheidender aber droht die Frage über Kirchenregiment zu werden, in der bereits sehr schroff die Partheien für und wider die Breslauer Synodalbeschlüsse und die darin gegründete staatskirchlich⸗büreaukratische Art, die Kirche zu regieren, hervorgetreten sind. Was aus dem allen noch werden soll, läßt sich kaum absehen. Nimmt man dazu, wie bunt durcheinander die Sachen in unsern lutherischen Landeskirchen fast allenthalben gehen und stehen, wie z. B. das Leipziger Missionshaus selbst gegen die Union eine so halbirte Stellung eingenommen hat, und vieles Andere, so möchte man menschlicher Weise ein baldiges allgemeines Auseinandergehen alles dessen, was als „lutherisch“ bisher in Deutschland zusammengehalten hat, weissagen. Eine Sichtung muß freilich wohl kommen und ist immer heilsam, aber das ist der unsägliche Jammer, daß die Zahl derer, die sich zur vollen Lauterkeit und Einfalt des lutherischen Bekenntnisses zurecht gefunden haben, so gar, fast bis zum Verschwinden klein ist. — Möge denn der HErr alle uns bevorstehenden Kämpfe hinausführen nach Seinem Rathe! Verleihe Er uns an unserm Theil für alle Fälle in rechter Treue bei Seinem reinen Wort zu beharren, damit uns niemand unsre Krone raube.*) — So wäre ich durch Gottes Gnade denn nun angelangt an dem Punct, an dem vor einigen Jahren unsre brüderliche Correspondenz ihre Veranlassung nahm, um nunmehr in ganz anderer Weise als damals an denselben wieder anzuknüpfen, nämlich an die von Ihrer Synode, resp. meinen alten Freunden und Brüdern in Ihrer Synode, an mich gerichtete Aufforderung, mitzuwirken, um Zöglinge für Ihre kirchlichen Anstalten zu gewinnen und zu erziehen. Von ganzem Herzen und mit voller Freudigkeit kann und werde ich nun auch in diesem Werk Hand in Hand mit Ihnen gehen und in brüderlicher Treue Ihnen darin helfen, so viel ich an meinem geringen Theile vermag. Zunächst hoffen wir Ihnen einen treuen trefflichen künftigen Arbeiter zuweisen zu können, den Taubstummenlehrer Spekhardt von Friedberg in Hessen, der durch Verbindung mit uns zu lutherischer Entschiedenheit gekommen, und von der hessischen Union (die besonders im Darmstädter rein unirten *) Die lieben Brüder sehen hier, wie wunderbar es doch Gott gefügt hat, daß er unsern theuren Walther gerade zu einer solchen wichtigen Zeit, wenn auch auf dem rauhen Weg des Kreuzes, nach Deutschland führt. Gewiß wird seine Anwesenheit dort unter Gottes Gnade für die Verhältnisse der dortigen, wie der hiesigen Kirche von großer segensreicher Bedeutung sein. Das kann man auch spüren an der bittern Galle, die der Erzfeind, der Teufel, durch den Mund unsrer Buffaloer Gegner eben jetzt, in seiner Abwesenheit, so reichlich über den theuren Gottesmann ausspeit. Nun, sie entheben uns dadurch der Mühe, den Leuten zu zeigen, weß Geistes Kinder sie sind. Das thun sie, wie immer, so vorzüglich jetzt in der unsinnigsten und maßlosesten Weise, lieber selbst. Laßt sie fahren, sie sind αὐτοκατάκριτοι. D. Eins.