# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1860_S171 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Aus der kirchlichen Gegenwart. 171 gen, gestützt auf den oben erwähnten Kanon (S. 227), „es könne uns bei so vielen bezeugten und unwidersprechlichen Wundern aus den Zeiten der Verfolgungen in der That nicht schwer oder gar unlieb sein, einige Wunder mehr hinzunehmen.“ Es wird genügen, ein paar Erzählungen herauszugreifen, um auszuführen, was wir meinen, und zu begründen, wessen wir den Verfasser beschuldigen. Er erzählt unterm 18. Mai die Geschichte von Theodotus, dem Schenkwirth, und den sieben Jungfrauen (S. 150). Er erzählt sie ohne ein Wort des Bedenkens auszusprechen, nach dem mit Wundern reichausgestatteten Berichte eines angeblichen Augenzeugen, Nilus. Die sieben Jungfrauen waren, da sie nach mannigfachen Unbilden ihren Glauben zu bekennen fortfuhren, auf Befehl des römischen Statthalters Theoteknus mit Steinen beschwert in einem Teiche ertränkt worden. Da galt es für Theodot, die Leichen der Märtyrinnen aus dem Teiche zu ziehen, und eine derselben, Thekusa, erschien ihm noch überdem im Traum und ermunterte ihn, an den Leichnamen das gute Werk zu thun. Troßdem, daß der Statthalter Wachen an den Teich gestellt hat, macht sich Theodot mit seinen Freunden auf, es ist finstere Nacht und der Regen fließt in Strömen. Sie kommen am Richtplatze vorbei, wobei Ueberreste von verbrannten Körpern liegen und Köpfe von Enthaupteten auf Pfählen aufgesteckt sind. Aber sie hören eine ermunternde Stimme, sehen ein leuchtendes Kreuz und bald darauf eine Fackel, welche ihnen den Weg zeigt. Ja auch zwei Männer in weißen Kleidern erscheinen dem Heiligen und sagen: „Sei getrost, Theodot, der Herr Jesus Christus hat deinen Namen unter die Zahl der Märtyrer eingeschrieben. Wir sind es, die man Väter nennt, du wirst am Teiche den heiligen Sosander in Waffen treffen, dessen Anblick die Wachen schrecken wird.“ So geschah es auch: die Wachen flohen vor dem Mann mit der flammenden Rüstung. Die Gläubigen kamen an den Teich, und es stürmte so heftig, daß der Wind den Boden des Teiches blos legte und die Leiber der Jungfrauen am Lichte der Erscheinung sichtbar wurden. Theodot und seine Gefährten zogen sie heraus und beerdigten sie „bei der Kirche der Patriarchen.“ Aber einer unter den Begleitern wurde zum Verräther, und nun beginnt das Martyrium des Theodot. Auch dieses berichtet Löhe ausführlich im genauen Anschluß an Nilus. Als der Märtyrer den Todesstreich empfangen hatte und man den Leichnam auf den Scheiterhaufen legte, wurde dieser ringsum von einem solchen Lichte umgeben, daß Niemand von denen, welche ihn anzünden sollten, sich zu nahen wagte. Man stellte Wachen auf, den Leichnam zu hüten. Da kam der Presbyter Fronto, dem der Märtyrer schon vor Beginn seines Leidens seine Reliquien bestimmt hatte, mit seiner Eselin des Weges daher. Sie war mit altem Wein beladen und legte sich nach dem Willen der göttlichen Vorsehung — das Letztere verschweigt Löhe — gerade da nieder, wo der Leichnam des heiligen Märtyrers sich befand. Die Wachen riefen den Fronto an und forderten ihn auf, in ihre Hütten einzukehren. Er folgte der Einladung, that ihnen Bescheid beim Trinken und schenkte ihnen von seinem eignen alten Wein. Während dem erzählten sie ihm von den sieben