# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1860_S157 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. 157 deutschen Schriften, die in 65 Bänden vollständig erschienen sind, geschehen ist.“ — Sollte der schuldige Dank gegen Gott für die köstliche Gabe der Schriften Luthers nicht auch uns dazu anreizen, die Herausgabe der Schlußbände fördern zu helfen? Preisfrage. Die Mitglieder der Teylor'schen theologischen Gesellschaft haben die folgende Frage zur Preisbewerbung ausgesetzt: „Läßt sich die absolute Sündlosigkeit Jesu auch gegen die historischen und philosophischen Bedenken, welche sich in unseren Tagen dagegen geltend gemacht haben, behaupten?“ „Kann man den Glauben an diese Sündlosigkeit festhalten, auch wenn man annimmt, daß die Persönlichkeit Jesu aus einer natürlichen Entwickelung der Menschheit hervorgegangen ist?“ „Welches Gewicht hat das Ergebniß dieser Untersuchung noch für unsere Zeit?“ „Die Gesellschaft wünscht, daß bei der Beantwortung dieser Frage die u. a. durch F. Pecaut (Le Christ et la Conscience. Paris 1859.) gegen die absolute Sündlosigkeit Jesu erhobenen Bedenken berücksichtigt werden.“ Man kann sich bei der Beantwortung des Holländischen, Lateinischen, Französischen, Englischen oder Deutschen (nur mit lateinischer Schrift) bedienen. Auch müssen die Antworten mit einer andern Hand, als der des Verfassers geschrieben, vollständig eingesandt werden und zwar nebst einem versiegelten Namenszettel, mit einem Denkspruch versehen, an die Adresse: Fundatiehuis van wijlen den Heer P. Teyler van der Hulst, te Haarlem. (A. K. Z.) Schriftkenntniß päpstlicher Kirchenfürsten. Die A. K. Z. berichtet: „Iglesias y Barcones, Patriarch von Indien und Großalmosenier von Spanien, hat bei Anlaß des Kriegs gegen Marokko einen Hirtenbrief erlassen, in welchem er einen Vers aus Horaz, als eine Stelle der heiligen Schrift anführt. Hier seine an die Soldaten gerichteten Worte: „„Wenn ihr im Kampf erlieget, so gedenket sterbend dieser Worte des heiligen Geistes: Dulce et decorum est pro patria mori. (Es ist süß und ehrenvoll für's Vaterland sterben.)““ “ — Wenn der Pabst diesen Patriarchen nicht einst canonisirt, so gäbe dies einen neuen Beweis, daß er irren kann. „Das Pabstthum ist ein eitel Enthusiasmus,“ zu diesem Wort der Schmalkaldischen Artikel liefert das Ausschreiben des Erzbischofs Debelay zu Avignon einen neuen Beleg. Es beschreibt den Moment der päpstlichen Verkündigung des neu erfundenen Dogmas mit folgenden Worten: „Noch ist es uns, als sähen wir das erhabene Oberhaupt der Kirche auf dem Stuhle des heiligen Petrus sitzen, wie er auf seinem edeln Antlitz die Majestät und die Güte unsers Herrn, dessen Stellvertreter er auf Erden ist, wiederstrahlt. — Fünfzig tausend Gläubige umgeben ihn und es herrscht eine feierliche Stille, als wäre der Tempel eine Wüste. Wir Alle, Bischöfe, Priester und Laien, hingen an seinen Lippen, Aller Blicke schienen ihm zu sagen: Sprich, du bist das untrügliche Orakel der Wahrheit; rede, dein Wort wird die Richtschnur unseres Glaubens werden. Und der Pabst, von tiefer Rührung ergriffen, gab uns statt Worte nur Thränen. — Aber plötzlich ergreift ihn der Geist Gottes, seine Stimme erschallt, sie tönt noch in dem Innersten unserer Seele nach, und Maria ist als unbefleckt in ihrer Empfängniß erkannt, erklärt, proclamirt. Der Himmel und die Erde, die Engel und die Menschen waren voll Bewunderung.“ Aus der Rheinpfalz. Der Widerstand der Gemeinden gegen die Einführung des neuen Gesangbuchs ist noch nicht gebrochen. Den Zustand der Pfalz beschreibt eine Feder Anfangs Januar also: „In den Schulen Zwang, in den Gemeinden Widerstand, in den öffentlichen Blättern bogenlange consistorialräthliche Erörterungen, allenthalben Schwächung des Vertrauens, Zurückziehen aus dem Gottesdienst und Entfremdung von dem Geistlichen.“ (Kirchenbote.) In Löhe's kirchlichen Mittheilungen wird eine, in einer gedruckten Erzählung sich findende und zu dem Zwecke die Methodisten lächerlich zu machen, fingirte Predigt unter der Ueberschrift: „Eine Methodistenpredigt, gehalten einer Anzahl von gläubigen Lutheranern“ von einem „Sendling“ aus Jowa in der Absicht dargeboten: „damit unsere lieben Freunde einmal einen recht lebendigen Einblick in die Predigtweise der Methodisten bekommen.“ Die Redaktion führt die Mittheilung mit den Worten ein: „Es hat Ueberlegung und Muth gekostet, diesem ernsthaften Blatte die Mittheilung von J. H. einzuverleiben. Und doch konnte mancher nicht widerstehen, dazu zu rathen. Es sei gewagt. Muß der Leser auch einmal über Nordamerika (!) lachen, so wird er vielleicht Thränen lachen.“