# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1860_S140 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 140 Wie man die Einfältigen und sonderlich die Kranken im Christenthum ꝛc. Ist doch die Sünde vergeben und bezahlet durch den Tod Christi, der sich für mich gegeben hat; denn er hat mir den geschenkt, da er mir seinen Leib und Blut gegeben hat, durchs Wort ins Gehör und mein Herz, darin ichs gefasset und gläube: und der Leib auch sagen könnte: Weil ich mit der Seele um der Sünde willen auch hätte müssen verdammt sein, so bin ich doch nun auch theilhaftig, neben meiner Seele, der Vergebung der Sünden. Denn mir ist auch der Leib Christi, der für die Sünde, dafür ich auch hätte mit müssen verdammt sein und ewige höllische Pein leiden, gegeben und mir sein Blut überantwortet, zugetheilet und geschenkt worden auf eine Weise, darin ich ihn empfahen kann, nämlich in Brod und Wein. Denn dieses Brod, das mir zu essen gegeben ist, ist der Leib Christi, und dieser Trunk Weins, den ich getrunken habe, ist das Blut Christi, eben das, das für mich auch vergossen ist und mir meine Sünde, die ich im Leib gethan und durch mich geschehen und dafür ich mit meiner Seele hätte auch ewig verdammt sein müssen, abgewaschen, bezahlet und vergnüget hat; daß ich Leib nun auch ein Gliedmaß Christi bin, wie St. Paulus spricht 1 Cor. 6 und eine Wohnung des heiligen Geistes, Gebein und Fleisch vom Gebein und Fleisch Christi. Und obwohl meine leiblichen fünf Sinne und Verstand nicht mehr sehen, schmecken, fühlen und wissen, denn nur das Brod und den Wein, so höret doch mein Geist in mir, der mich lebendig macht und regieret, daß solches Brod und Wein der Leib und das Blut Christi ist; so spreche ich billig neben und mit meinem Geiste zu Gott meinem Erlöser, bei dem kein Wort unmöglich ist, mit Maria der Jungfrau: Mir geschehe nach diesen Worten Gottes. Begehrest du nun, zur Stärkung und Versicherung dieses Glaubens und Bekenntnisses des heiligen, hochwürdigen Sakraments? — Da spreche er: Ja. 15. Weil dir Gott nun so viel tausend Sünden und alle Sünden, darin du geboren und bisher gelebt hast, um Christus willen so gnädiglich vergiebt und mit dir zufrieden, ja ein lieber gnädiger Vater wird, damit nun ganze beständige Liebe, Freundschaft und Friede allenthalben werde, willst du nun deinem Nächsten auch verzeihen und vergeben, wo derselbige sich irgend versehen oder vergessen hat und dich beleidiget, und mit ihm Freund und zufrieden sein um Gottes willen? Denn was können menschlicher Verdruß und Sünde sein gegen die zehntausend Pfund Schuld, die uns Gott vergiebt? — Da spreche er: Es sei von Herzen vergeben. So will dir Gott auch vergeben und soll also Friede sein zwischen Gott als Vater, dir als Kind, und dir und deinem Nächsten als Geschwistern; daß also nun eitel Friede auf Erden und Freundschaft im ganzen Gotteshause ist, Freude im Himmel für den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße thut und also mit Gott versöhnet wird.—Da spreche er: Amen oder etwas der Art. (Hierauf läßt Myconius die Communion folgen und schließt die ganze Handlung mit folgenden Worten:) Nun, lieber Freund! siehe was unser lieber HErr Gott für Güte und Gnade bei dir gethan hat, daß er dir also aus göttlichem, väterlichem, gnä⸗