# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1860_S139 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Wie man die Einfältigen und sonderlich die Kranken im Christenthum ꝛc. 139 und genugthuen und könntest doch nimmermehr bezahlen. Aber damit du von diesem gestrengen und ernstlichen Gericht Gottes und dieser Bezahlung auch entnommen würdest, ist Christus eben darum Mensch worden, daß er solche Schuld und Pein für dich tragen, bezahlen und vergnügen wollte, wie Johannes der Täufer sagt Joh. 1: Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt. Und Johannes der Evangelist: 1 Joh. 1: Das Blut JEsu Christi, Gottes Sohnes, macht uns rein von aller Sünde. Wie solches weiter die Sprüche, so droben angezogen sind, klärlich und deutlich melden, wie er nicht für sich, auch nicht um Kurzweil willen, sondern um unserer Sünde willen und was wir um derselbigen willen ewig zu bezahlen schuldig waren, gestorben, begraben und zur Hölle gefahren und wieder auferstanden sei ꝛc. Bekennest du nun, daß Jesus Christus, Gottes Sohn, unter Pontio Pilato gestorben, begraben, zur Hölle gefahren und auferstanden sei? — Da spreche er: Ja. — Bekennest du auch, daß er für dich gestorben sei? — Da spreche er: Ja. 13. Wohlan, dieweil du das gläubest, so gläubest du an den heiligen Geist, der zeuget dir also von Christo, erleuchtet und heiliget dich und bist nun der Bezahlung der Sünde, d. i. des Todes, der Hölle und Verdammniß ledig und los. Da will Jesus Christus, dein Herr, gut für sein und also mit dir diese unaussprechliche, unbegreifliche gnädige Theilung gemacht haben, nämlich: daß du dich deines Theils halten sollest, d. i. der Vergebung der Sünden, des Lebens, der Seligkeit und des Himmelreichs; so wolle er sich seines Theils auch halten, nämlich deiner Sünde, deines Todes, deiner Hölle und Verdammniß. Solches soll sein bleiben, welches sonst alles immer und ewig dein müßte bleiben und soll sein Leib und Leben, Seel und Blut und was er ist dafür stehen. Willst du nun Gott diese Ehre thun, die ihm auch Maria die Jungfrau thät, da sie sprach: Mir geschehe, wie du gesagt hast; daß du auch von Herzen sagest: Mir geschehe nach diesen gnadenreichen Worten des lieben tröstlichen Evangelii? — Da spreche er: Gott ist gnädig und wahrhaftig und sein Wort geschehe. 14. Damit du nun gar zufrieden gemacht und ja versichert genug werdest, daß dir deine Sünde vergeben und du eben einer seiest von den Vielen, für die Christus, wie er sagt, seinen Leib gegeben und sein Blut vergossen hat, so hat er nun ein Abendmahl gehalten und allda für seinem Tode sein Testament gemacht und solches seinen Jüngern gegeben und befohlen, daß man solches mit dir auch halten, thun, und was er ihnen gegeben, dir auch reichen und übergeben soll: nämlich, daß man dir die Vergebung der Sünden und seinen Tod verkündigen soll; auch dir seinen Leib, der für dich gegeben, und sein Blut, das für dich und für Viele vergossen ist, überantworten, reichen, zu essen und zu trinken geben soll: daß also dein ganzer Mensch, d. i. dein Leib und deine Seele, dieser Bezahlung theilhaftig werde und du sagen könnest, daß dieser Tod und Blutvergießen Christi eigentlich dir zu Gute geschehen und gewißlich dein sei. Und wenn die Sünde, Tod, Hölle, Gottes Zorn und der Teufel dein Gewissen und Seele ansicht, du eigentlich antworten könntest: