# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1860_S138 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 138 Wie man die Einfältigen und sonderlich die Kranken im Christenthum ꝛc. 9. Wohlan, so sagt Jesus Christus, er sei kommen um der Sünder und nicht um der Gerechten willen; wie Matth. 9 geschrieben stehet: Ich bin kommen, die Sünder zur Buße zu rufen, und nicht die Frommen; und Luc. 19: Des Menschen Sohn ist kommen zu suchen und selig zu machen, das verloren ist; und Matth. 12: Das zerstoßene Rohr wird er nicht zerbrechen und das glimmende Docht wird er nicht auslöschen. Matth. 8: Die Starken dürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Er will das verlorne Schaf suchen und auf seinen Schultern heimtragen, auf daß es nicht verloren werde und vom Wolfe gefressen werde, wie Luc. 15 stehet. Und Joh. 6 spricht er: Alles, was mir der Vater giebt, das kommt zu mir und wer zu mir kommt, den werde ich nicht ausstoßen. Denn ich bin vom Himmel kommen, nicht daß ich meinen Willen thue, sondern deß, der mich gesandt hat. Das ist aber der Wille des Vaters, der mich gesandt hat, daß ich nichts verliere von allem, das er mir gegeben hat, sondern daß ichs auferwecke am jüngsten Tage. Das aber ist der Wille deß, der mich gesandt hat, daß, wer den Sohn siehet und gläubet an ihn, habe das ewige Leben und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage. Item Matth. 11 rufet er zu dir und zu aller Welt: Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Nun frage ich dich, ob du auch bekennest und fühlest, daß du ein armer Sünder seiest und ein Stück von der armen verdorbenen Welt, ein armes zerbrochenes Rohr, ein glimmend Docht, ein Kranker, der des himmlischen Arztes bedürfe; ja ob du seiest eben das verirrte und verlorne Schaf, das ihm selber wider den Wolf und Tod weder helfen noch rathen kann? Ob du auch nicht ein beschwert, arm, betrübt, mühseliges Gewissen bei dir befindest und göttlicher Erquickung von Christo Jesu bedürfest? — Da spreche er: Ach, du lieber HErr JEsu Christ! ja, ich begehre von Herzen deines Heils, Trosts und Erquickung. 10. Willst du nun solchen Trost aus Christus Wort anhören, annehmen, in deinem Herzen ihm Raum und Statt geben und mit festem Glauben fassen? — Da spreche er: Ja. 11. So lässet dir der HErr Jesus Christus von wegen seines himmlischen Vaters im Himmel, seiner selbst und des heiligen Geistes, durch sein heiliges göttliches Wort und Evangelium sagen, es solle dir deine Sünde vergeben sein und bei ihm alles hinweg sein, nicht allein Sünde, sondern auch Schuld, Pein, Bezahlung, Genugthuung im Tode, Hölle, Verdammniß ꝛc. und du sollst wiederum ein lieb angenommen Kind sein des ewigen Lebens und Himmelreichs, und sollst ein Miterbe sein mit Christo der ewigen Seligkeit. Gläubest du dieser tröstlichen Zusage Jesu Christi? — Da spreche er: Ja; aber ach, lieber Gott! stärke meinen schwachen Glauben. 12. Noch eins. Weil Gott auch gerecht ist und will noch kann die Sünde nicht ungestraft lassen, sondern er will und muß das Unrecht und die Sünde strafen; wo nun solche Strafe über dich ergehen sollte, müßtest du in die ewige Finsterniß, da ewiges Heulen und Zähneklappen ist und allda mit ewigem Tode und Fühlen des ewigen Zornes Gottes in der Hölle bezahlen