# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1860_S137 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Wie man die Einfältigen und sonderlich die Kranken im Christenthum ꝛc. 137 4. Weiter bekennest du auch, daß du es leider nicht gethan hast, sondern oft unwissentlich, ja oft auch wissentlich, willig, bedächtig und aus lauter Bosheit wider Gott und deinen Nächsten gehandelt hast? —Da spreche er: Ach, HErr Gott, das ist allzuwahr und bekenne es. 5. So bekennest du auch, daß du billig Gottes Zorn, Strafe und Ungnade an Leib und Seele verdient habest und daß dir Gott nicht unrecht thäte, wenn er dich schon an Leib und Seele strafete? —Da spreche er: Ach, Gott ist gerecht, ich bin ungerecht; wie der 119. Psalm sagt: HErr, du bist gerecht und dein Wort ist recht. 6. Wohlan, so wäre nun das die allergrößeste und greulichste Sünde, die du thun könntest, wenn du noch, wie vorhin, dahin gehen wolltest und Gottes Zorn und strenges Gericht, das er allen Sündern dreuet, nicht achten; da würde und müßte Gott an dir deinen Muthwillen und solche schreckliche Verachtung strafen. Wie denn St. Paulus sagt 1 Cor. 11, daß Gott die unbußfertige Welt werde verdammen darum, daß sie sich nicht will züchtigen lassen. Wie bist du denn nun gesinnet? Bittest und begehrest du von Grund deines Herzens, daß dich Gott wolle für solcher Verachtung deiner eigenen Sünden und seines gerechten Zornes und Gerichtes behüten? Da spreche er: Das bitte und begehre ich. 7. Begehrest du auch von ganzem Herzen, daß Gott mit dir handeln wolle nicht nach seinem göttlichen Recht und Gericht, sondern nach seiner väterlichen Gnade und Barmherzigkeit; d. i. daß er dir wolle deine Sünde und Schuld vergeben und als ein barmherziger, himmlischer Vater seine Güte, Geduld und Vergebung bei dir mehr sein und gelten lassen, denn deine Sünde und Thorheit?—Da spreche er: Ja, ich bitte von Herzen, er wolle mir meine Schuld vergeben. 8. So schickt dir Gott vom Himmel seinen lieben eingebornen Sohn, der ewig bei ihm und zugleich Gott mit ihm ist. Der in des Vaters Schooß ist, der hats uns verkündiget. Joh. 1 und Joh. 5: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: der Sohn kann nichts von ihm selber thun, denn was er siehet den Vater thun; denn was derselbige thut, das thut gleich auch der Sohn. Der Vater aber hat den Sohn lieb und zeiget ihm alles, was er thut und wird ihm noch größer Werk zeigen, daß ihr euch verwundern werdet ꝛc. Es spricht auch Gott der Vater vom Himmel herab, Matth. 3 und 17: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe, den sollt ihr hören. Weil denn nun der himmlische Vater alles auf diesen Mittler stellet und will ihm wohlgefallen lassen alles, was er redet und thut, und befiehlt, wir sollen ihn hören und will es auch dabei bleiben lassen, was dieser Sohn zwischen uns und dem himmlischen Vater spricht, mittelt und machet, so frage ich dich: Willst du auch alle deine Sachen, d. i. dein elendes, sündiges, verderbtes Wesen und Jammer, auf Christum stellen, und alles was er schleußt, spricht und machet, gemachet, beschlossen und kräftig bleiben lassen? — Antwort: Gott sei in Ewigkeit gedankt, daß ich ihn zum Mittler haben kann; ich will mich ihm ganz heimgeben und vertrauen.