# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1860_S136 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 136 Wie man die Einfältigen und sonderlich die Kranken im Christenthum ꝛc. Erneuerung des heiligen Geistes und die Einleibung zur Theilhaftigkeit des Todes und der Auferstehung Christi neben dem Wort durch dies äußerliche Zeichen des Taufens zugetheilet, überantwortet und gegeben wird im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes; darnach durch sein Abendmahl, da Christus vor seinem letzten Ende, ehe er für uns alle stirbet, uns ein Testament machet, nämlich da er uns und allen, die an ihn gläuben, bescheidet Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit und giebt uns darauf seinen Leib, der für uns gegeben ist und sein Blut, das für uns vergossen ist, in welchem unsere Sünde gebüßet, unser Tod, Hölle und Verdammniß bezahlet ist, und dieses im Brod und Wein; daß wie wir Sünder sind an beiden Theilen, nämlich Leib und Seele, also sollen wir in diesem hochwürdigen Sakramente auch theilhaftig werden der Bezahlung und Genugthuung im Leiden, Sterben, Blutvergießen und Höllenfahrt unsers HErrn Jesu Christi, beide für unsern Leib und Seele, daß wir ja glauben und gewiß werden, daß wir die seien, für welche Christus gestorben, gelitten, zur Hölle gefahren, die Sünde gebüßet und wieder auferstanden ist und desselben durch dies Sakrament vergewisset und versichert werden. (Wegen des Unverstandes des gemeinen Volkes und der Ungeschicklichkeit vieler Pfarrer faßt nun Myconius das oben Gesagte in die folgenden Fragstücke). 1. Gläubest du und bekennest von Grund deines Herzens: daß ein einiger, ewiger, wahrhaftiger, allmächtiger Gott sei, der Himmel, Erde und alles, was darinnen ist, erschaffen hat und erhält es noch auf diese Stunde? —Da spreche er: Ja. 2. Bekennest du auch, daß er bei dir gethan hat bis auf diese Stunde und fort bis an dein Ende nicht allein als ein gewaltiger, allmächtiger, sondern auch als ein treuer, gnädiger Gott und Vater, nämlich: daß er dir Leib und Seele, Vernunft und Sinne gegeben hat; Himmel und Erde, alle Kreatur uns zu Gute geschaffen und bisher erhalten und uns dienen lassen so lange Zeit; Essen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus und Hof und alles, was wir nur bedürfen, reichlich zur Nothdurft gegeben hat; und dir noch viel Sünde und Schande, Bosheit und Ungehorsam zu gute gehalten; ja auch für viel Unglück behütet, darein du sonst kommen und gefallen wärest; auch gnädiglich aus viel greulichem, schwerem Unglück und Jammer geholfen hat? — Da spreche er: Ja, das bekenne ich. 3. Bekennest du auch, daß es billig und recht gewesen wäre, daß du solchen deinen gütigen, gnädigen Schöpfer und Vater wiederum über alle Dinge solltest gefürchtet, geehret und von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüthe und allem Vermögen geliebet, und was er gebeut gehalten, was er aber verbeut gelassen haben und um seinet willen auch mit deinem Nächsten solltest Geduld gehabt, ihn als dich selbst geliebet, ihm alles Gutes gethan und alles Bösen überhoben haben? Hätte es Gott nicht um dich verdient? — Da spreche er: HErr Gott, ich hatte es ja thun sollen.