# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1860_S134 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 134 Wie man die Einfältigen und sonderlich die Kranken im Christenthum ꝛc. und Tauben gefunden, mit denselbigen aufs freundlichste umgegangen und sie gesund gemacht, die Todten auferweckt und den Armen das Evangelium verkündiget. Wiederum hat er sich unfreundlich gestellet mit Geberden und Worten gegen die hoffärthigen und stolzen Heiligen. Dieser Spruch Matth. 11 ist sonderlich tröstlich: Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken ꝛc., und Matth. 12: Das zerstoßene Rohr wird er nicht zerbrechen und das glimmende Docht wird er nicht auslöschen. Joh. 10: Ich bin gekommen, daß meine Schafe das Leben und volle Genüge haben sollen. —Also soll man Christum dem blöden, ängstigen, verzagten Gewissen des Kranken fleißig einbilden und mit allem Fleiß, was sein Amt sei, anzeigen, nämlich daß er alles uns zu Gute gelebt, gethan, geredet, gelitten, und gestorben sei. Zum siebenten soll man den kranken Menschen ferner treulich unterrichten, wie Christus, wahrer Gott und Mensch, auf Erden Macht habe die Sünde zu vergeben und aus Gewalt und Vollmacht von allen Sünden, Pein und Schuld ledig zu sprechen. Matth. 9: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Item: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und daß die, so solches gläuben, nicht allein nun ohne Sünde und Schuld seien, durch Christum für Gott gerecht und selig, sondern auch Gottes Kinder und Erben, und Christi Brüder und Miterben. Daß man auch solcher Absolution und Lossprechung von Sünden schuldig sei zu glauben, daß man von Herzen sprechen könne: Wohlan, lieber Gott, obwohl meine ganze Natur verderbt und ich eitel Sünde bin, so lässest du doch mir hie durch deinen einigen Sohn, meinen lieben HErrn Christum, sagen, daß mir meine Sünde vergeben sei. Deß halt ich mich und bin gewiß, mir geschehe nach diesen deinen Worten. Denn das wäre die größte Sünde, die ich thun könnte, wenn dich mein Herz wollte Lügen strafen. Dafür behüte mich, lieber Gott! es sei und bleibe viel lieber, wie dein Sohn und dein Wort saget.—Das ist denn ein rechter Glaube, der das Herz reiniget und ein gut Gewissen macht. Zum achten. Wie man nun der Sünden ledig und los ist aus dem Gewissen aus lauter Gnade durch Jesum Christum, also muß man auch den Kranken unterrichten, daß er ihrer los werde auch durch die Bezahlung, Genugthuung und Abtrag für dem gestrengen Gericht und Ernst Gottes. Wo nun wir, wie wir verdienet und verschuldet, bezahlen sollten, müßten wir immer und ewig bezahlen und Gottes Zorn, Fluch, Tod, Verdammniß, des Teufels Tyrannei und ewige Finsterniß, Heulen, Weinen und Zähneklappen immer und ewiglich tragen. Wie geschrieben stehet Ps. 118: Verflucht sind, die deiner Gebote fehlen. Röm. 2: Denen aber, die da zänkisch sind und der Wahrheit nicht gehorchen, gehorchen aber dem Unrechten, Ungnade und Zorn, Trübsal und Angst über alle Seelen der Menschen, die da Böses thun. Matth. 7: Weichet alle von mir, ihr Uebelthäter. Da stellet nun der himmlische Vater seinen lieben Sohn für uns ein als einen Mittler, und Opfer für unsere Sünde, und nimmt unser lieber HErr Christus diese Schuld und