# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1860_S132 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 132 Wie man die Einfältigen und sonderlich die Kranken im Christenthum ꝛc. lange ich lebe, daß ihr gestorben seid, sondern schaffs, daß ihr mich überlebet. Das bitte ich mit Ernst, wills auch gewähret sein und so haben und mein Wille soll hierinnen geschehen. Amen. Denn dieser mein Wille sucht die Ehre des göttlichen Namens, nicht meine Ehre noch Lust, das ist gewißlich wahr.“ Myconius genas so weit, seine Arbeiten fortsetzen zu können. Gegen Weihnachten d. J. 1545 erkrankte er abermals. Sein Krankenlager war eine Stätte des Sieges und Triumphes, den der Glaube gewinnt über die Sünde, den Teufel und die Welt mit all ihrem Uebel. Er ließ Luthern bitten, ihn jetzt mit seinem Segen zu entlassen; doch nur wie Gott wolle. Da kam die Nachricht von Luther's Tod. Zwei Monate darauf (am 7. April 1546) ging auch er nach den lieblichsten Gesprächen und mit Simeon's Lobgesang ein zu seines HErrn Freude. Das Schriftchen ist im Todesjahre des Myconius, bei Veit Creutzer in Wittenberg, gedruckt. Wir geben es, zu leichterem Gebrauch in neuerer Orthographie.) Erstlich soll man ihnen fürhalten: wie wir alle Sünder seien und nicht allein mancherlei Krankheiten, Angst und Noth, sondern auch den Tod und Hölle verdienet haben. Röm. 3. Sie sind alle abgewichen und allesammt untüchtig worden; da ist nicht der Gutes thue, auch nicht einer ꝛc. Röm. 11. Gott hat alles beschlossen unter dem Unglauben, auf daß er sich aller erbarme. Röm. 5. Der Tod ist zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle gesündiget haben. Röm. 6. Der Tod ist der Sünden Sold. Luc. 13. So ihr euch nicht bessert, werdet ihr alle umkommen. Zum andern: wie Gott keine Sünde übler leiden kann, denn so man hingehen wollte und weder unsere Sünde noch seinen Zorn achten; das hieße Unbußfertigkeit und Verachtung Gottes. Da will Gott ein Richter sein; denn so stehet geschrieben 2 Mos. 19. Ich der Herr, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der über die, so mich hassen, die Sünde der Väter an den Kindern heimsucht bis ins dritte und vierte Glied. Zum dritten: wie streng und zornig aber Gott ist über die Sünder, also gnädig ist er auch über die, so die Sünde erkennen und von Herzen dafür erschrecken; Gnade und Vergebung derselben von Gott durch Christum begehren. Denn solche gehören ins Vaterunser, da alle Heiligen von Herzen ihre Sünde und Schuld, die nur groß ist, bekennen; wie der 32. Psalm bezeuget. Zum vierten: hieher gehöret dieser Spruch Jes. 66: Ich sehe an den Elenden und der zerbrochenen Geistes ist und der sich fürchtet für meinem Wort. Joh. 3: Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen einigen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn gläubet der wird nicht gerichtet, wer aber nicht gläubet, der ist schon gerichtet, denn er gläubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Röm. 5: Darum preiset Gott seine Liebe gegen uns, daß Chri⸗