# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1860_S124 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 124 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. that des Evangeliums in ähnlicher Weise widerfahren zu lassen wie den germanischen, und so den Fluch, der aber nicht erst seit Babel, sondern seit Noah auf ihnen liegt, zu modificiren. Das ist ein Geheimniß, der Reichthum der göttlichen Gnade „unerforschlich.“ Sollen wir uns keinen Einbildungen hingeben, wie der Verf. mit Recht will, nach der einen Seite hin, nach der Seite der zu erwartenden Erfolge in der Heidenmission, obwol die Missions⸗ Begeisterung herabzustimmen füglich dem Teufel, der Welt und unserem eigenen Fleisch überlassen werden könnte, so dürfen wir es aber auch nach der anderen nicht. Ein starker Ansatz dazu liegt aber in dem hier dafür gehal⸗ tenen Fortschritt des prophetischen Verständnisses, und kommt die Gefahr solcher Einbildung in dieser Zeit offenbar von der sie beherrschenden Reiz⸗ barkeit, Schwäche und Ungeduld, so sollte man doch doppelt vorsichtig gegen dergleichen neue, dem Zeitcharakter annehmlich entgegenkommende Entdeckun⸗ gen auf dem Gebiet des Schriftverständnisses sein. Es möchte sonst eine Einbildung an die Stelle der andern treten. Dahin müssen wir aber leider ganze Partieen aus der vorliegenden Schrift rechnen, ohne daß wir besonders darauf eingehen. Nur das wollen wir beispielsweise noch ausheben, daß Dr. Fabri Offenb. Joh. 16. „das große Erdbeben die Gestalt der Erde aber⸗ mals verändern läßt, die Binnenmeere und hohen Berge verschwinden, die Inseln fliehen, d. h. sich wieder mit dem festen Lande vereinigen und die seit Peleg getrennten Kontinente wiederherstellen“ (S. 27.), denn das dürfte ausreichen, um einen Blick in den hier gepriesenen Fortschritt des prophetischen Schriftverständnisses zu thun. Daß damit gewiß nicht der guten Intention des Herrn Dr. Fabri, zum Frieden und zur Verständigung der verschiedenen Parteien zu reden, gedient ist, sondern daß nur die Verwirrung gemehrt wird, bedauern wir ebenso, als wir die Seitenblicke begreifen und entschuldigen, die von solchem Standpunkt aus auf die kirchliche Partei, vornehmlich die luthe⸗ rische geworfen werden. Die rechte Nüchternheit und nüchterne Besonnenheit ist eben heutzutage eine seltene Erscheinung; und statt daß wir uns über dem, was wir haben und was unser gehört, in ernster Vertiefung und keuscher Bescheidung sammelten, zerstreuen wir uns in der Irre diverser Lieblings⸗ Neigungen. Ist uns doch — und damit schließen wir — vor kurzem von einem sonst stark kirchlichen Theologen mit angestrengter Systematik apriorisch alles Ernstes deducirt worden, daß der Begriff und Glaube an das Mil⸗ lennium — den auch der Verf. theilt — der eigentliche Punkt über dem i der gesammten heutigen Theologie, der nothwendig geforderte Abschluß derselben sei. Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. I. Amerika. Aus dem Februarhefte der „Kirkelig Maanedstidende“ sehen wir, daß bei der letzten Synode der Norwegisch⸗evangel.⸗luther. Kirche im October v. J. auch von Seiten des Präses in seinem Berichte die Aufmerksamkeit auf die Annahme der sämmtlichen sym⸗